Abqar packt sörloth unters trikot – var schickt ihn runter
Atlético gegen Getafe, 55. Minute. Eine Hand verschwindet zwischen den Beinen von Alexander Sörloth, der norwegische Torjäger sackt zusammen, der Ball rollt weiter. Sekunden später brennt die Wanda Metropolitano. Miguel Ángel Ortiz guckt sich den Zwischenfall auf dem Monitor an, zieht Rot. Abdel Abqar, 27, muss duschen – und behauptet hinterher, er habe nur auf die Schulter klopfen wollen.
Die var-bilder lügen nicht
Abqars Finger landen nicht auf der Schulter, sondern klar im Schritt. Der marokkanische Nationalspieler schwört, er habe Sörloth gar nicht angeschaut. „Ich wollte ihn nicht dort berühren“, sagt er, als hätte jemand anders seine Hand gelenkt. Doch die Kamera zeigt, wie sich die Hand schließt, bevor Sörloth zusammenzuckt. Ortiz entscheidet sich konsequent für die Rote Karte – Platzverweis, keine Diskussion.
Sörloth selbst reagiert sofort mit Rache. Er stemmt Abqar zu Boden, kassiert Gelb, spult die übliche Eskalation runter. Atlético steht längst mit dem Rücken zur Wand, weil Nahuel Molina nach acht Minuten das 1:0 erzielt hat. Die Colchoneros verteidigen die Führung mit zehn Getafe-Spielern vor der Brust, bauen den Vorsprung auf Platz drei aus.

Getafe verliert mehr als drei punkte
Mit Abqar fehlt dem Tabellenvorletzten am nächsten Wochenende die defensive Leitwand. Trainer José Bordalás kann sich die Sperre seines Abwehrchefs in der Abstiegszone schlicht nicht leisten. Die Liga hat in den letzten Wochen gnadenlos zugelegt; wer jetzt einen Rückstand aufbaut, rutscht in die zweite Division. Getafe muss in Valencia ran – ohne den Mann, der sich entschuldigt, aber keinen Fehler eingesteht.
Atlético dagegen feiert den dritten Sieg in Serie. Diego Simeone rotiert weiter, seine Bank wirft Torjäger wie Kugeln aufs Feld. Die Wanda Metropolitano tobt, weil die Mannschaft trotz verkorkstem Spiel die Punkte einsackt. Der VAR sorgt für Gerechtigkeit, der Gegner für Nachspielstress – und Abqar für ein Kapitel, das sich kein Spieler freiwillig ins Statistikbuch schreibt.
