Abate: vom talent zum taktikfüchse – ein früher förderer blickt zurück

Torino hat einen neuen Mann an der Seitenlinie: Ignazio Abate. Doch wer erinnert sich noch an seine ersten zaghaften Schritte im Profifußball? Ein Mann tut dies mit besonderer Klarheit: Simone Biasi, der ihn einst beim Torino unter seine Fittiche nahm. Seine Worte werfen ein neues Licht auf die Karriere des jungen Trainers.

Ein rohdiamant mit explosivität

Biasi, der Abate bereits 2008/09 beim Torino unter seiner Leitung hatte, schildert: „Ich erinnere mich an ihn als einen reifen jungen Mann, der aber auf dem Platz eine unglaubliche Explosivität und Entschlossenheit zeigte.“ Es waren nur wenige Monate, aber offenbar genug, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Biasi erkannte früh das Potential des damals jungen Verteidigers. „Er hatte gute körperliche Qualitäten, eine enorme Schnelligkeit und Dynamik – ein Spieler, der eher nach einem offensiven Akteur aussah.“

Doch Biasi sah mehr als nur Schnelligkeit. Er erkannte, dass Abate sich als Rechtsverteidiger entfalten könnte, eine Position, die ihm schließlich zum Durchbruch verhalf. „Wir haben ihn dahinter positioniert, als rechten Außenverteidiger. Für seinen ersten Einsatz war es eine gute Saison.“ Der Spitzname „La Locomotiva Granata“ zeugt von seiner Energie und seinem unermüdlichen Einsatz.

Mehr als nur ein schneller: eine frühe reife

Mehr als nur ein schneller: eine frühe reife

Biasi betont, dass Abate trotz seines jungen Alters eine bemerkenswerte Reife bewies. „Er war ein Typ, der mit gesenktem Kopf arbeitete, ohne große Ansprüche zu stellen. Er nahm seine Aufgaben sehr ernst und schien eine klare Vorstellung von seinem zukünftigen Weg zu haben – auch wenn es noch ungewiss war, ob sein Weg ihn zum FC Turin zurückführen würde.“

Die Entscheidung, ihn nicht fest zu verpflichten, fiel schweren Herzens. „Vertragliche Verpflichtungen gegenüber dem AC Milan, wo er seine fußballerische Ausbildung genossen hatte, erschwerten die Verpflichtung und verhinderten seine dauerhafte Verbleib in Turin.“

Der aufstieg zum trainer: eine überraschung?

Der aufstieg zum trainer: eine überraschung?

Biasi zeigt sich überrascht von Abates Entwicklung als Trainer. „Als junger Spieler konnte man sich natürlich nicht vorstellen, dass er eines Tages Trainer werden würde. Aber mit 30 Jahren erkennt man oft die Persönlichkeit eines Spielers und sieht, wie er seine Mitspieler mitreißt, auch ohne viele Worte. Das sind Führungsqualitäten, die für eine Trainerkarriere entscheidend sind.“

Die juve stabia: eine taktische offenbarung

Die juve stabia: eine taktische offenbarung

Besonders beeindruckt hat Biasi Abates Arbeit bei der Juve Stabia. „Er hat eine Mannschaft geformt, die immer am Ball blieb und stets auf Sieg spielte. Es war eine Überraschung für die Serie B. Er hatte auch mit schwierigen Bedingungen zu kämpfen, aber er hat es geschafft, sein Team mutig und erfolgreich zu führen. Selbst in den Playoff-Spielen gegen Monza zeigte er taktisches Geschick und Entschlossenheit.“

Nun erwartet ihn die Herausforderung, den FC Torino zu übernehmen. Biasi ist optimistisch: „Die Juve Stabia spielte einen sehr offensiven Fußball. Wenn man in der Serie A über Qualität verfügt, kann man mit jedem mithalten. Wichtig ist, den Spielern ein offensives Denken zu vermitteln – unabhängig von den Zielen.“

Abates frühe Förderer sieht in ihm einen Mann, der den FC Torino mit frischem Wind versorgen kann. Die Frage ist nicht, ob er es schaffen wird, sondern wie schnell er seine taktischen Ideen umsetzen kann.