500 Meter sturz am balaitus – finnin stirbt bei abstieg

Ein einziger Fehltritt auf firnbedecktem Fels genügte. Die 42-jährige Finnin rutschte am Samstagabend aus und donnerte 500 Meter in die Tiefe. Ihr 53-jähriger Gefährte, ebenfalls aus Finnland, blieb körperlich unversehrt – seelisch ein anderer Mensch.

Der Notruf ging um 19:20 Uhr bei der Guardia Civil ein: zwei Tourengeher in der Gran-Diagonal-Route des Pico Balaitus in Sallent de Gállego (Huesca) hatten ein Problem. Minuten später startete der Hubschrauber der UME aus Huesca, dazu rückte die GREIM-Einheit Panticosa an. Die Crew fand die Frau aus der Luft, erkannte sofort: keine Spur von Leben.

Ein einziger moment, der das leben beendet

Die Bergretter sicherten die Leiche, flogen sie zur Helisurface von Panticosa und übergaben sie an die Gerichtsmedizin Zaragoza. Noch in der gleichen Nacht informierte die Guardia Civil die nächsten Angehörigen in Helsinki.

Das Unglück reiht sich ein in eine beispiellose Rettungswoche der Pyrenäen. Zwischen dem 26. und 30. Mai zählte die GREIM neun Einsätze – vom Pico Mulleres bis zum Barranco Coda Sartén.

Neun einsätze in fünf tagen – die statistik schlägt alarm

Neun einsätze in fünf tagen – die statistik schlägt alarm

26. Mai: Ein 51-jähriger Basken krampft am Pico Mulleres, zwei Stunden später hängt ein 62-jähriger Barcelona-Wanderer in der Pleta de Ixeia fest, und ein Franzose bricht sich im Barranco Coda Sartén den Arm. 27. Mai: Zwei junge Frauen aus Guadalajara und Zaragoza irren erschöpft im Culivillas-Graben. Gestern, Samstag, brachte die Hölle dann fünf Alarme auf einmal: ein 26-jähriger Katalane stürzt am Pico Chistau, ein Zaragozaner luxiert sich das Knie am Flüsschen Yaga, eine 44-jährige Oscense verstaucht beim Aufstieg auf den Pico de Estos das Sprunggelenk, und ein 55-Jähriger kollabiert mit Hitzschlag nahe der Refugio de los Fenales.

Die Bergwacht spricht offen: „Die Saison beginnt früher, die Touren werden ambitionierter, die Ausrüstung aber nicht besser.“ Die Tote vom Balaitus ist der traurige Beweis.

Die Guardia Civil verschickt inzwischen landesweit Warn-SMS: Checkt Tourenplanung, Wetter und Lawinenlage – oder bleibt unten.