22 Klubs zocken um den traum: nur sechs dürfen in die 3. liga frauen

Die Rechnung ist gnadenlos. 22 Teams haben sich für die Aufstiegsrunde zur 3. Liga Frauen gemeldet, am Ende jubeln nur sechs. Zwischen Traum und Abriss liegt also ein einziges Wochenende mit Hin- und Rückspiel. Die Meldung jagt durch die Regionalverbände wie ein Brandbrief – und schon jetzt zeigt sich, wer zockt und wer verloren hat.

Baden-württemberg liefert das vorrunden-feuerwerk

Kein anderer Verband schickt mehr Elite-Mannschaften ins Rennen. Fünf Klubs aus dem Ländle wollen nach oben, darunter die Reserve-Teams von HSG Stuttgart/Metzingen II und Frisch Auf Göppingen II. Die Bundesliga-Stars der Zukunft trainieren bereits nebenan – jetzt sollen sie beweisen, dass der Sprung in den Profi-Kader nur einen Katzensprung entfernt ist. Hinter den Favoriten lauern HC Schmiden/Oeffingen, HSG Fridingen/Mühlheim und TSV Bönnigheim. Kein Platz für Halbgas-Einsätze, denn punktgleich winkt die Relegation.

Die Bayerische Frage klärt sich am 21. März. TSV Schwabmünchen empfängt TSV EBE Forst United – ein Duell, das wahrscheinlich schon das Finale der Region bedeutet. Wer punktet, darf im Sommer auf Ligastart hoffen; wer verliert, kann die Hallenbelegung für nächste Saison schon mal streichen.

Hannover und berlin sind längst abgestempelt

Hannover und berlin sind längst abgestempelt

Während die Spitze plant, haben andere schon die Koffer gepackt. SV Altencelle und BV Garrel dürfen zwar noch rechnen, aber die Tabelle lügt nicht – der Rückstand auf die Qualifikationsplätze ist zu groß. Noch bitterer trifft es Hannoverscher SC: Das Traditionsunternehmen muss nach Jahren der Abstinenz wieder runter in die Oberliga, der Klassenerhalt war nur eine Fata Morgana.

Berlin? Dort kämpft der TSC um die eigene Ehre. Fortuna Neubrandenburg hat die Gruppe Ostsee-Spree längst entschieden, für die Hauptstädter bleibt nur die Statistik. „Wir wollen trotzdem jeden Ball gewinnen“, sagte Coach Katja Lorenz nach der Niederlage in Neubrandenburg – ein Satz, der mehr nach Ritual als nach Realismus klingt.

Die gruppenauslosung wird zum poker

Die gruppenauslosung wird zum poker

Ende April treffen die zwölf Qualifikanten in drei Vierer-Gruppen aufeinander. Modus: Hin- und Rückspiel, alles innerhalb von zehn Tagen. Die beiden Ersten jeder Gruppe steigen auf – das ergibt genau sechs Plätze, nicht einen mehr. Die Auslosung verspricht Drama: Nord gegen Süd, Stadt gegen Land, Traditionsklub gegen Aufsteiger. Und weil die Spiele in neutralen Hallen stattfinden, entfällt das letzte Heimrecht. Wer schwächelt, fliegt raus. Punkt.

Die Deutsche Handball Bund zieht bereits die Kalkulation: Rund 120 Spiele in 14 Tagen, mehr als 1.000 Spielerinnen, dutzende Scouts. Die 3. Liga Frauen wächst um genau die Hälfte – und wird damit zum Sprungbrett für den Profisport. Egal, wer am Ende jubelt: Ein halbes Dutzend Vereine wird die nächste Saison mit neuem Budget, neuen Trikots und neuen Zielen planen. Die anderen 16? Sie können sich schon mal die Winterreifen für die Oberliga montieren lassen.

Die Uhr tickt. In den Hallen riecht es schon nach Siegerehrung und Tränen. Wer jetzt zögert, verliert – und verliert nicht nur Spiele, sondern vielleicht auch die Zukunft seiner Abteilung.