17 Trainer-entlassungen! josé juan romero liefert brutales foul am system

Ein halbes Jahrhundert brauchte José Juan Romero, um die Lügen des Fußballs zu durchschauen. Jetzt schlägt er zurück. 17 Trainer sind in der laufenden Saison schon gefeuert, und der Coach von Ceuta zählt nicht mehr mit. „Wenn ich die Wahrheit sage, werde ich vielleicht nie wieder arbeiten“, sagt er. Dann spricht er trotzdem.

„Viele da oben haben null plan“

Romero wirft den Clubbossen vor, sich selbst ins Abseits zu stellen. „In die Büros strömen Leute, die vom Fußball nur die Klinge ihres Brieföffners kennen.“ Die Folge: Keine Geduld, keine Strategie, nur blanker Aktionismus. Der Trainer wird zum Sündenbock erklärt, bevor sich jemand die Frage nach mangelnder Planung oder chaotischer Tagesarbeit stellt.

Der 54-Jährige kennt die Statistik, doch er spricht über das, was hinter den Zahlen blutet: Familien, die ständig umziehen müssen, Kinder, die neue Schulen suchen, Partner, die nie wissen, wann die nächste Kündigung kommt. „Ich rate meinen Söhnen, in Sevilla zu bleiben und die Koffer nicht zu packen“, erzählt er. „Stabilität? Eine Fantasie.“

Der circus auf der bank

Der circus auf der bank

Romero lacht kurz, bevor er weiterspricht. „Eines Tages kehre ich nach Gerena zurück, werde Präsident und halte meine Trainer in Schutzhaft.“ Der Spaß hat einen bitteren Beigeschmack. Er weiß, dass nur jene Klubs langfristig gewinnen, die auch in Krisenzeiten zu ihrem Coach stehen. Die Liste dieser Vereine ist kurz, die der Entlassungen endlos.

Sein Fazit klingt wie ein Abschiedsgruß an die Branche, für die er seit drei Jahrzehnten brennt: „In diesem Zirkus ist niemand sicher.“ Romero redet nicht über Taktik oder Aufstellung. Er redet über Menschen, die sich morgens in den Spiegel schauen und nicht wissen, ob sie abends noch ein Büro haben. 17 Entlassungen sind keine Meldung mehr, sondern ein Alarmsignal. Wer jetzt noch die Augen verschließt, braucht sich nicht wundern, wenn irgendwann kein Trainer mehr übrig ist – nur noch Leute, die bereit sind, das nächste Opfer zu spielen.