0:5-Debakel zum gc-einstand: messners albtraum beginnt mit abrashis schweigen
Der Grasshopper Club Zürich trat an, um neue Hoffnung zu säen, und erntete eine Demütigung, die selbst im schonungslosen Fussballbusiness selten ist. Gernot Messners Premiere auf der Bank endete mit 0:5 gegen Servette, und die Wunde ist so tief, dass selbst Kapitän Amir Abrashi das Feld mit leerem Blick verließ – sprachlos, wie er später gestand.
Die ersten zehn minuten lügen
Messner selbst versuchte, noch eine Spur von Positivum zu finden: „Wir haben die ersten zehn Minuten ganz gut ins Spiel gefunden.“ Danach allerdings brach seine Mannschaft in sich zusammen. Servette schob den Ball wie durch Trainingstore hindurch, und die GC-Defensive stand so offen, dass man hätte meinen können, die Gegner trügen unsichtbare Pässe bei sich. „Wir haben uns zu sicher gefühlt“, sagte Messner, und das klang schon wie das Epitaph auf diese Saison.
Die Tore fielen reihenweise, aber nicht, weil Servette brillante Kombinationen zeigte – es waren viel zu einfache Tore, wie Messner mit schalem Gesicht konstatierte. Drei Gegentreffer nach 30 Minuten, vier vor der Pause – das ist keine schlechte Phase, das ist ein Systemkollaps. Der Coach sprach von „viel zu vielen individuellen Fehlern“, doch das ist höflich. Es war ein kollektives Blackout.

Abrashi schluckt, statt zu schreien
Amir Abrashi, sonst der Motor, der im Mittelfeld alles abräumt, was nicht bei drei auf den Bäumen ist, stand nach Abpfiff wie angewurzelt. „Ich bin ein bisschen sprachlos. Es ist brutal“, brachte er heraus. Die Bilder zeigen ihn, wie er mit hängenden Schultern in die Kabine schlurft – ein Kapitän ohne Kompass. Man kann sich nicht erinnern, wann er zuletzt so klein wirkte.
Die Statistik hinter ihm: GC kassierte in den letzten drei Heimspielen zwölf Gegentore. Das ist kein Ausrutscher, das ist eine Trendwende nach unten. Die Fans, die noch vor Saisonbeginn von „neuem Geist“ schwärmten, verließen das Stadion bereits zur Pause – und die, blieben, pfiffen nicht einmal mehr, sie starrten nur noch ins Leere.

Die länderspielpause wird zur zitterpartie
Messner verlangt nun „harte Selbstreflexion“, doch das klingt nach einem Placebo. Die Realität: In zwei Wochen wartet Basel, dann Luzern. Wer in der Super League einmal den Anschluss verliert, rutscht ab wie auf vereistem Hang. Die nächsten Gegene sind keine Gnade, sondern eine Zerreißprobe. „Erstmal eine Nacht darüber schlafen“, sagt Messner. Die wird lang, und sie wird unruhig.
Die Liga hat kein Gedächtnis für Dramatik – nur für Punkte. GC steht nach fünf Spielen bei vier Zählern, das ist Abstiegszone pur. Die Frage ist nicht mehr, ob Messner die Kurve kriegt, sondern wie viele Spiele ihm der Klub noch gönnt, bevor der nächste Trainer die Ruinen übernimmt. Die Antwort liegt in den nächsten 14 Tagen, und sie wird wehtun.
