Spanische trainer dominieren den fußball – ein erfolgsmodell?
Die spanische Fußballdominanz ist unbestreitbar. Nach dem Triumph bei der letzten Europameisterschaft und der Weltmeisterschaft der Frauen steht die Selección auch im Herrenbereich weiterhin hoch im Kurs. Doch während die Spieler auf dem Platz im Rampenlicht stehen, verbirgt sich hinter dem Erfolg ein entscheidender, oft übersehener Faktor: die spanischen Trainer.
Ein exportgut von weltruf
Ihr taktisches Geschick und ihre innovative Spielweise erobern Europa im Sturm. Spanien ist mit großem Abstand die Nationalität, aus der am häufigsten Trainer in ausländischen Ligen engagiert werden – satte neun Prozent der Trainer weltweit stammen aus Spanien. Ein Beweis für die hohe Wertschätzung, die spanische Fachkräfte im internationalen Fußball genießen.
Auch in der spanischen Primera División ist der Trend deutlich erkennbar. Von 20 Teams werden zwölf von spanischen Trainern betreut, darunter Namen wie Arbeloa, Marcelino und der junge Michel. Die Ligakonkurrenz ist groß, die Qualität beeindruckend.
Die Premier League unter spanischer Flagge
Die als beste Liga der Welt geltende Premier League scheint den Trend ebenfalls zu spüren. Nur vier der 20 Trainer sind Engländer, während die spanische Kontingent mit Arteta, Guardiola, Emery und Iraola gleichermaßen glänzt. Mikel Arteta und Pep Guardiola, Meister ihres Fachs, liefern aktuell das Duell der Giganten in der Liga. Die beiden, die einst eng zusammenarbeiteten, prägen mit ihrem Ballbesitzfußball die Premier League maßgeblich.

Frankreich im bann des 'asturischen stils'
Auch in Frankreich hat sich die spanische Trainer-Schule etabliert. Luis Enrique führt mit Paris Saint-Germain eine nahezu perfekte Fußballmaschine auf, die in der Champions League bereits Geschichte schrieb. Sein offensiv ausgerichteter Spielstil hat im Pariser Team tiefe Spuren hinterlassen. Carlos Martínez sorgt mit seinem Toulouse für eine positive Überraschung und katapultierte den Verein überraschend in die Halbfinals des Coupe de France.

Italienische renaissance dank cesc und co.
In der Serie A erweist sich Cesc Fábregas als Schlüsselfigur beim Como 1907. Der ehemalige spanische Nationalspieler hat den Verein durch seine taktische Expertise und sein strategisches Geschick zu neuen Höhen geführt. Auch Carlos Cuesta erweist sich beim Parma als vielversprechendes Talent, beeinflusst von den Prinzipien Mikel Artetas.

Frankfurt und die bundesliga-herausforderung
Albert Riera stellt die einzige spanische Präsenz auf den Bänken der Bundesliga dar. Er ist angeschlagen beim Eintracht Frankfurt und versucht, das Team wieder in die Erfolgsspur zu bringen. Sein Fokus liegt auf Ballbesitz und Kontrolle, wobei er bei Bedarf auch auf direkteres Spiel umstellt.
Die spanische Trainer-Revolution ist in vollem Gange. Eine Erfolgsgeschichte, die weit über die Landesgrenzen hinausreicht und das Gesicht des modernen Fußballs nachhaltig prägt. Die Frage ist nicht, ob dieser Erfolg von Dauer sein wird, sondern wie lange es noch dauert, bis andere Nationen diesen Trend aufnehmen.
