Spanische tennis-hoffnungen: neue gesichter erobern paris

Ein Umbruch bahnt sich an im spanischen Damentennis: Bei den French Open 2024 präsentieren sich zwei ungewohnte Namen, die das Feld aufmischen könnten. Kaitlin Quevedo und Oksana Selekhmeteva – ihre Geschichten sind so vielfältig wie ihre Herkunft, und ihre Auftritte in Paris lassen aufregende Perspektiven für die Zukunft erkennen.

Ein debüt mit siegesgarantie

Kaitlin Quevedo, geboren in den Vereinigten Staaten, feierte einen fulminanten Einstand im Hauptfeld eines Grand-Slam-Turniers. Der Sieg gegen die Französin Leolia Jeanjean, erkämpft in zwei spannenden Tiebreak-Sätzen (7-6(5), 7-6(2)), markiert nicht nur ihren ersten Profi-Erfolg bei den French Open, sondern katapultiert sie auch auf den 103. Platz der WTA-Rangliste – ein Platz, der ihr die Teilnahme an weiteren Turnieren sichern könnte. Die 20-Jährige ist auf dem besten Weg, in die Top 100 vorzudringen.

Im Gegensatz dazu stand Oksana Selekhmeteva, die aus der Region Penza in Russland stammt, bereits mehrfach bei einem Major auf dem Platz. Allerdings war ihr Debüt unter spanischer Flagge gegen die Ukrainerin Marta Kostyuk, die frischgebackene Siegerin des Mutua Madrid Open, leider von kurzer Dauer. Die 23-Jährige muss sich nun neu orientieren.

Ein blick über den tellerrand: die neue spanische armada

Ein blick über den tellerrand: die neue spanische armada

Was auffällt: Vier der fünf besten spanischen Spielerinnen bei den French Open sind nicht in Spanien geboren. Ein Umstand, der die Frage aufwirft, wie sich die Definition von Nationalität im modernen Sport verändert. Jessica Bouzas, die einzige Ausnahme, stammt aus Villagarcía de Arousa. Die Geschichten von Cristina Bucsa (Moldawien) und Paula Badosa (New York) zeigen, dass die Entscheidung für ein Land oft eine persönliche Reise ist – wie bei Badosa, die erst 2015 endgültig für Spanien die Entscheidung traf, nachdem sie auch ein Angebot aus den USA erhalten hatte.

Bucsa musste sich bereits in der ersten Runde dem Schweizer Nachwuchsspieler Susan Bandecchi geschlagen geben, während Bouzas, aktuell die Nummer 50 der Welt, heute eine gewaltige Herausforderung zu bewältigen hat: das Duell mit Aryna Sabalenka, der Nummer 1 der Welt und letztjährigen Finalistin. Die Galicierin wird alles daran setzen, sich gegen die Favoritin durchzusetzen.

Die suche nach unterstützung: marina bassols

Die suche nach unterstützung: marina bassols' appell

Marina Bassols, die auf Platz 175 der WTA-Weltrangliste notiert ist, feierte mit ihrem Sieg über die Kolumbianerin Emiliana Arango ihren ersten Triumph bei einem Grand-Slam-Turnier. Ein Erfolg, der ihr gleichzeitig die Notwendigkeit von finanzieller Unterstützung vor Augen führt. „Es ist ein kompliziertes Thema“, gesteht sie. „Im Moment habe ich keine Hilfe, außer dem Material von Wilson und Lotto. Der Tennissport ist teuer, und Verletzungen können einen schnell ruinieren.“ Bassols hat ihren Stab um Unterstützung gebeten und appelliert an potenzielle Sponsoren: „Ich kann großartigen Tennis bieten. Ich brauche nur die Chance.“

Die gebürtige Blanelerin Appell ist ein Weckruf für die Tennisfamilie: Talent allein reicht nicht aus, um im Profisport zu bestehen. Es braucht auch die finanzielle Grundlage, um trainieren, reisen und kämpfen zu können. Die French Open haben Bassols eine Bühne gegeben – nun liegt es an ihr, diese Chance zu nutzen und die Aufmerksamkeit in langfristige Unterstützung umzuwandeln.