Spanische sprintstaffeln: müde, aber euphorisch nach afrika-triumpf!
Madrid – Erschöpft, aber überglücklich sind die spanischen Viertelfinalstaffeln am Montagmorgen in Madrid gelandet. Nach einer Zwischenlandung in Addis Abeba (Äthiopien) kehrten die Athleten von einem triumphalen Auftritt bei den World Relays in Gaborone zurück, wo ihr Team nicht nur fünf von sechs möglichen Tickets für die Weltmeisterschaften 2027 in Peking sicherstellte, sondern auch gleich vier nationale Rekorde pulverisierte. Ein Erfolg, der die deutsche Leichtathletikszene nachhaltig beeindruckt.
Die 'spanish beatles' und die 'golden bubbles': ein unglaubliches gefühl
Manuel Guijarro, einer der 'Spanish Beatles' im 4x400-Meter-Team, schildert die chaotischen Eindrücke des ersten Kontakts mit der Arena: “Es gab eine Schlange, um überhaupt ins Stadion zu kommen, die Angst machte. So etwas habe ich noch nie erlebt!” Der Jubel der afrikanischen Fans sei ohrenbetäubend gewesen, die Unterstützung für alle Teams überwältigend. Maribel Pérez, die das 4x100-Meter-Team als Schlussläuferin stets mit Bravour über die Ziellinie brachte, ergänzt: “Die Atmosphäre war fast magisch, die Fans haben uns alle unterstützt.”
Abseits der Betonwüste der Hauptstadt Botswanas offenbarte sich den Athleten eine faszinierende Wildnis. Markel Fernández hatte die Idee, mit dem 4x400-Team eine Ausflugsfahrt zu unternehmen. “Wir sahen Zebras, Affen und Wartschweine”, berichtet Óscar Husillos, der bereits 2014 bei den World Relays in Nassau antrat. Ein unvergesslicher Kontrast zum sportlichen Kräftemessen.

Rekordträume und fast verpasste chancen
Besonders beeindruckend war die Vorstellung des 4x100-Meter-Teams der 'Golden Bubbles'. Mit einer Zeit von 3:24,13 pulverisierten sie nicht nur den eigenen Rekord aus Guangzhou, sondern demonstrierten auch ihr enormes Potenzial. “Als ich die Zeit von Henriette Jæger in Norwegen sah, wurde mir klar, was wir da erreicht haben”, staunt Blanca Hervás, die letzte Stafelläuferin. Zusammen mit ihren Teamkolleginnen Ana Prieto und Paula Sevilla hatten sie vor dem Rennen die möglichen Verbesserungen ihres Rekords berechnet. “Eine perfekte Vorstellung hätte uns eine Zeit von 3:22,90 eingebracht. Das hätten wir so nicht für möglich gehalten!”
Obwohl das 4x100-Meter-Team selbst knapp unter der 42-Sekunden-Marke blieb, zeigt die Leistung der spanischen Staffeln, dass die Investitionen in das Nationale Relaisprogramm (PNR) Früchte tragen. “Wir sind vielleicht nicht die schnellsten Sprinter im Einzelnen, aber unsere Stärken liegen in den Übergaben”, betont Maribel Pérez. Die Hoffnung auf weitere Verbesserungen ist groß. Selbst Ricardo 'Panter' Diéguez, der Trainer des 4x100-Meter-Teams, sieht noch Aufwärtspotenzial: “Es gibt immer Raum für Verbesserungen. Teams wie die USA haben gezeigt, wie es geht.”
Doch der ersehnte Unter-3-Minuten-Wert beim 4x400-Meter-Team, die 'Spanish Beatles', bleibt vorerst ein Traum. Mit 3:00,26 in den Vorläufen waren sie dem Ziel zwar näher als je zuvor, doch die Konzentration auf die Qualifikation für die Weltmeisterschaften hatte Vorrang. “Wir waren aufgeregter, als wir das Ticket für Peking sicher hatten, als wir den neuen Rekord realisierten”, gibt Óscar Husillos zu. Ein Beweis dafür, dass im Sport nicht immer das Ergebnis zählt, sondern der Weg dorthin.
Die erfreulichen Ergebnisse in Gaborone haben die Erwartungen für die bevorstehende Europameisterschaft 2026 in Birmingham deutlich erhöht. “Ich bin überzeugt, dass alle sechs Staffeln in die Finals einziehen und wir zwei oder drei Medaillen gewinnen können”, prognostiziert Manuel Guijarro mit Zuversicht. Die spanische Leichtathletik erlebt derzeit eine goldene Ära der Staffelläufe, und die Welt wird gespannt sein, welche weiteren Erfolge die ‘Spanish Beatles’ und die ‘Golden Bubbles’ in Zukunft feiern werden.
