Spanien vor wm: nur ein real-spieler im vorläufigen kader?
Montags ist die Deadline: Spaniens Nationaltrainer Luis de la Fuente muss seinen vorläufigen Kader für die WM 2026 bei der FIFA abliefern. Ein Blick offenbart eine überraschende Entwicklung – und eine potenzielle historische Konstellation. Die Frage, die nun brennt: Wird Real Madrid überhaupt vertreten sein?

Huijsen als letzte hoffnung aus bernabéu
Die Fakten liegen auf dem Tisch: Von den ambitionierten Spielern des weißen Balletts winkt aktuell nur Dean Huijsen eine realistische Chance auf die Ticket für Katar. Dani Carvajal, einst eine feste Größe, ist nach einer enttäuschenden Saison ohne nennenswerte Einsatzzeiten und ohne Glanz in wichtigen Spielen aus dem Rennen – ein herber Rückschlag für den Rechtsverteidiger und für den Trainer.
Die WM 2026 bringt neue Regeln mit sich. Die vorläufigen Kader dürfen 55 Spieler umfassen, von denen vier Torhüter sein müssen. Aus diesem Kreis von 55 Spielern entscheidet de la Fuente am 1. Juni über die endgültigen 26 Mann, die das Land vertreten werden. Die Verletzung von Cubarsí hat Huijsens Position zwar verbessert, doch sein bisheriges Leistungsniveau wirft Fragen auf. Er ist fest im Blick des Trainers, muss aber noch überzeugen.
Die Konkurrenz im Zentrum ist enorm. Neben Huijsen drängen Le Normand, Vivian, Pubill, Mosquera und Eric García auf einen Platz. Pubill, dessen Aufstieg geradezu kometenhaft verläuft, gilt als eine der positiven Überraschungen. Die Entscheidung, wer die Reise antritt, wird De la Fuente vor eine schwere Aufgabe stellen.
Sollte Huijsen tatsächlich den Sprung nicht schaffen, stünde Spanien vor einer historischen Premiere: eine WM-Teilnahme ohne einen einzigen Spieler von Real Madrid. Das wäre ein Novum, das nur von der WM 1950 in Brasilien übertroffen wird, als lediglich Luis Molowny aus dem Bernabéu zum Team gehörte – eine Zeit, als der Real Madrid noch lange nicht das globale Ausmaß hatte, das er heute besitzt.
Molowny, damals ein Einzelkämpfer in einem Team, das aus Spielern des FC Barcelona, Athletic Bilbao und Valencia bestand, ist ein Beispiel für die Zeitenwende. Die damalige Mannschaft, die unter der Leitung von Guillermo Eizaguirre und Benito Díaz stand, war weit entfernt von den Teams der Ära der fünf Europapokale oder der Quinta del Buitre. Die Zeiten haben sich geändert – und die Abhängigkeit von den Top-Klubs, insbesondere vom Real Madrid, hat sich deutlich reduziert.
Die jüngste Auswärtsbegegnung in der Champions League gegen Bayern München offenbarte die Situation deutlich: Real Madrid reiste ohne einen einzigen nominierbaren Spieler an. Die Alternativen für De la Fuente scheinen begrenzt, die Konkurrenz im Team ist groß, und die Vergangenheit mahnt zur Vorsicht. Der Druck liegt auf den Schultern der jungen Talente, die die Chance auf ihren großen Auftritt ergreifen wollen.
Die Geschichte wird zeigen, ob Spanien sich der Tradition treu bleibt oder ob eine neue Ära des Wandels eingeläutet wird. Fakt ist: Die WM 2026 verspricht Spannung und Überraschungen – und die Entscheidung über die Aufstellung wird nicht nur Spanien, sondern die gesamte Fußballwelt in Atem halten.
