Spanien u19 demoliert slowenien und zieht im kampf um die em-endrunde davon
Benidorm – 4. März, 16:45 Uhr. Sekunden nach Abpfiff stand Paco Gallardo mit verschränkten Armen am Spielfeldrand, sein Blick schweifte über eine Gruppe, die gerade ein Statement abgeliefert hat. 4:0 gegen Slowenien, Gruppenplatz eins, ein Fuß in der Endrunde zur U19-Europameisterschaft in Wales – und damit auch auf dem Weg zur U20-Weltmeisterschaft 2027. Die U18 hatte tags zuvor bereits Kroatien mit dem gleichen Resultat verabschiedet. Nun also der Doppelpack. Spanien schickt eine Warnung ans restliche Europa: Hier kommt der Nachwuchs, der keine Gnade kennt.
Thiago pitarch und dani yáñez liefern sich ein kleines dribbel-wettrennen
Die erste Großchance gehörte Thiago Pitarch, Real Madrid, Technik wie Seide. Er versuchte den Ball zu lupfen, Strajnar las ihn, parierte. Kein Tor, aber ein Vorgeschmack. In der 29. Minute dann die entscheidende Szene: Pitarch legt raumauf für Yáñez, ebenfalls vom „Los Blancos“. Yáñez zieht in den Sechzehner, wird zu Fall gebracht – Elfmeter. Er selbst tritt an, verlagert den Blick, verlagert den Ball. 1:0. Von diesem Moment an war Slowenien ein Defensivkonstrukt auf Abriss.
Doch die Spanier ließen sich nicht in die Karten schauen. Gallardo wechselte zur Pause Morante für Gaitán – mehr Tempo, mehr Risiko. Slowenien kam zwar kurz auf, doch jedes Mal, wenn Yáñez den Ball an der Außenlinie fixierte, wurde die gegnerische Abwehr ein Stück schwächer. Die 63. Minute: Yáñez zieht ab, Strajnar lenkt mit Fingerspitzen über die Latte. Die 67.: Aguado taucht frei auf, trifft den Pfosten, Verteidiger klären auf der Linie. Die Ampelphase der Partie.

Mario rivas’ diagonalbälle werden zur chefsache
Die Lösung kam über die Luft. Rivas war es, der zweimal mit dem Katapult startete. Beim zweiten Mal – 77. Minute – landete die Kugel wieder bei Aguado, diesmal blieb Strajnar machtlos. 2:0. Die Kettenraucher unter den Scouts im Stadion notierten sich den Namen des Abwehrspielers vom FC Valencia: zweimal die Tiefe gestochen, zweimal die Seiten wechselnd, ein Außenverteidiger mit Innenstürmer-Instinkt.
Die Schlussphase mutierte zur Demo. Diallo, erst fünf Minuten auf dem Platz, verwertete ein Zuspiel von Junyent – 3:0. Morante, ebenfalls Joker, jagte den Ball ans Aluminium, Hugo López schob den Abpraller nach. 4:0. Der Guillermo Amor tobte, 3.400 Zuschauer sangen „A por ellos“. Die U19 steht nun punktgleich mit den Niederlanden an der Spitze, hat aber ein Tor Plusgeschäft von +7. Die Oranje-Jongens müssen am Freitag gegen Finnland gewinnen – und Spanien darf sich sogar eine Niederlage erlauben und bliebe dennoch Erster.
Gallardo hatte nach dem Spiel nur eine kurze Analyse: „Wir haben den Ball laufen lassen und sie müde gespielt. Genau das, was uns auszeichnet.“ Die Zahlen sprechen für sich: 65 Prozent Ballbesitz, 23 Torschüsse, elf Ecken. Und ein Kader, in dem Madrilenen und Andalusier gemeinsam Komplott spielen. Die EM-Endrunde im Juli rückt näher, der Weltmeistertitel 2027 liegt in fernem Fokus. Spanien liefert nicht nur Tore, sondern eine Mentalitäts-Drohkulisse. Der Rest Europas hat jetzt zwei Wochen Zeit, ein Gegenmittel zu finden.
