Spanien rastet aus: 20:18 gegen australien – viertelfinale zum greifen nah
Die roten Stiefel stampfen, der Beton in Wien bebt. Ceci Muhate, Gracia Alonso de Armiño, Alba Prieto und Txell Alarcón haben gerade eine Schallmauer durchschmettert und Australien mit 20:18 niedergebrüllt – damit steht Spaniens 3x3-Frauen-Nationalteam vor dem Einzug in die K.o.-Phase der WM.
Der erste schock kommt nach 47 sekunden
6:0 – sofort, ohne Warm-up. Die australischen Spielerinnen sehen aus, als hätte man sie aus dem Tiefschlaf gerissen. Prieto trifft das erste Dreier, Alarcón jagt einen Lay-up nach dem anderen, die Anzeigetafel zeigt 8:1. Die „Gladiadoras“ spielen mit Vier-Gänge-Tempo, während die „Opals“ noch im Leerlauf vor sich hin trödeln.
Aber 3x3 ist bekanntlich Raserei pur: Amy Atwell zündet den Turbo, Marena Whittle schraubt sich für ein Dreier – 13:12. Die Spanierinnen nehmen ihre einzige Auszeit, schlucken Wasser, schlucken Angst.

26 Sekunden vor dem buzzer steht es 18:18
Jetzt oder nie. Alba Prieto, zuvor mit neun Punkten und zwei Rebounds schon die heimliche Finals-MVP, fordert die Murmel, legt eine Artillerie-Sequenz hin: Fade-away, Korb, Freiwurf. 20:18 – Spiel, Satz, Häme für Down Under.
„Wir wussten, dass das hier ein Finale war und haben es auch so gelebt“, sagt Prieto, ihre Stimme noch rau vom Körpereinsatz. „Heute haben wir gezeigt, was Spanien ausmacht: Charakter, Herz, Wut und unbändige Freude.“

Jetzt schauen alle auf zwei uhren
18:30 Uhr: USA gegen Mongolei. 18:55 Uhr: Ungarn gegen Australien. Gewinnen beide Favoriten, ist Spaniens Ticket vor dem eigenen Showdown gegen die USA (20:20 Uhr) schon gelocht. Die Rechnung ist simpel, der Druck bleibt trotzdem gigantisch.
Die Zahlen? Prieto 9 Punkte, 11,2 Wertung. Alarcón ebenfalls 9 Zähler, aber ihre Energie ist nicht in Statistiken erfassbar. Die Fans im Fan-Village schwenken rote Fahnen, setzen einen Soundtrack aus Trompeten und Vuvuzelas auf, der selbst die Donau übertönt.
Spanien hat gerade bewiesen, dass eine Niederlage nur ein Komma sein kann – kein Punkt. Das Viertelfinale winkt, und wer jetzt noch Zweifel hegt, sollte sich beeilen: die „Gladiadoras“ laufen schon davon.
