Spanien gegen england: ein historisches unentschieden vor 30 jahren

Vor drei Jahrzehnten trafen die Nationalmannschaften von Spanien und England in einem Freundschaftsspiel aufeinander, ein Ereignis, das im Schatten einer tragischen Vergangenheit stand und nun im Vorfeld des bevorstehenden EM-Qualifikationsspiels erneut in Erinnerung gerufen wird. Das Ergebnis: ein torloses Unentschieden, das die Ära des spanischen Frauenfußballs prägte und den Weg für die heutigen Erfolge ebnete.

Ein stadion mit dunkler vergangenheit

Ein stadion mit dunkler vergangenheit

Das Spiel fand am 20. Februar 1994 im Valley Parade Stadion in Bradford statt, einem Ort, der für immer mit einer der größten Tragödien im Sport verbunden ist. Am 11. Mai 1985 kam es hier zu einem verheerenden Brand in einer der Tribünen, bei dem 56 Menschen ums Leben kamen und 265 weitere verletzt wurden. Itziar Bakero, damalige Kapitänin der spanischen Nationalmannschaft, erinnert sich: „Ich erinnere mich kaum an das Spiel selbst. Die Atmosphäre war ungewöhnlich ruhig, die Ränge waren oft leer, und unsere Spiele wurden selten im Fernsehen übertragen.“

Die Begegnung gegen England war Teil einer Ära, in der der spanische Frauenfußball noch in den Kinderschuhen steckte. „Wir spielten oft, ohne zu wissen, ob es ein Freundschaftsspiel, ein Qualifikationsspiel für eine Europameisterschaft oder eine Weltmeisterschaft war“, erzählt Bakero. „Wir wurden zusammengerufen, trainierten und spielten, und kehrten dann in unseren Alltag zurück.“

Eine Generation von Pionierinnen Die Spielerinnen der damaligen Nationalmannschaft mussten oft Opfer bringen, um ihre Leidenschaft ausleben zu können. „Als ich zum ersten Mal für die Nationalmannschaft nominiert wurde, musste ich die Schule schwänzen, und später bat ich meinen Arbeitgeber um freie Tage“, berichtet Bakero, die 30 Länderspiele und sieben Tore für ihre Heimat bestritt. Die Spielerinnen waren oft Amateure, die neben dem Fußball noch einen Beruf ausüben mussten.

Besonders bewegend war die gemeinsame Zeit mit ihrer Schwester Ainhoa Bakero. „Wir sind elf Geschwister, und viele von uns haben Fußball gespielt. Drei wurden sogar Profis, und zwei der Schwestern wurden Nationalspielerinnen“, erzählt Itziar stolz. „Anfangs waren wir bekannt als die ‚Schwestern von José Mari‘ [einem bekannten spanischen Fußballspieler]. Die Leute kamen neugierig, um uns anzusehen, blieben aber oft, weil sie unser Spiel mochten.“

Das Spiel gegen England war eines von nur vier internationalen Spielen, in denen die Schwestern Bakero gemeinsam auf dem Platz standen, eine Erinnerung, die sie für immer in Ehren halten werden. „Es war ein Privileg, den Namen Bakero zu tragen und gemeinsam für unser Land zu spielen. Wir hatten eine große Verbundenheit und unterstützten uns gegenseitig.“

Gillian Coultard, die englische Spielerin mit 125 Länderspielen, war eine angesehene Gegnerin, doch von ihrem persönlichen Duell hat Itziar Bakero keine besonderen Erinnerungen. „Ich habe immer mein Bestes gegeben und wenig Wert auf Fotos oder andere Erinnerungsstücke gelegt.“

Heute, 30 Jahre später, wird Spanien im Wembley-Stadion vor über 70.000 Zuschauern erneut gegen England antreten. „Es wird ein schönes Spiel zu sehen sein, eines, das wir alle gerne gespielt hätten“, sagt Bakero. „Es wird schwierig werden, aber mit Bescheidenheit und dem nötigen Können können sie ein gutes Ergebnis erzielen. In meiner Zeit war es unvorstellbar, dass Spanien die beste Mannschaft der Welt sein würde, aber sie haben es geschafft. Ich hoffe, dass sie weiterhin erfolgreich sind.“

Die Leistung der heutigen spanischen Nationalmannschaft ist ein Beweis für den Fortschritt, der im Frauenfußball erzielt wurde, und ein Spiegelbild der Pionierarbeit, die von Spielerinnen wie Itziar Bakero geleistet wurde. Der heutige Sieg ist nicht nur ein sportlicher Erfolg, sondern eine Hommage an eine Generation von Frauen, die den Weg für zukünftige Generationen ebneten.