Spalletti zündelt im juve-kessel – elkanns machtwort soll comolli einheizen

Luciano Spalletti lässt die Feder zucken. Nach dem 2:0 gegen Lecce pries er seine Mannschaft, kritisierte aber die fehlende Transferplanung und schob nach: „Ich wollte nur einen klassischen Neuner. Ich mache aber keinen Markt – dafür gibt es andere.“ Ein Satz, der in Turin laut knallt, weil er genau zwischen Präsident John Elkann und Sportdirektor Damien Comolli platziert wurde.

Der coach fordert einen instant-team

Spalletti will nicht bis 2026 warten. Er träumt von einem Sofort-Team, das sofort wieder um den Scudetto mitspielt. Gespräche mit Elkann verliefen offenbar vielversprechend, denn der Inhaber war es, der den Vertrag des Trainers erst kürzlich bis 2028 verlängerte. Die Botschaft des Trainers ist klar: Wenn ihr glaubt, dass ich die Champions-League-Quali sichere, dann liefert mir jetzt die Spieler, die das nächste Level ermöglichen.

Die Liste ist spektakulär: Alisson Becker im Tor, Bernardo Silva als gestaltender Achter und Randal Kolo Muani als Druckspitze. Drei Profis mit internationaler Reife, die laut internen Berechnungen rund 180 Millionen Euro kosten würden. Dazu sollen Youngster Kenan Yildiz, Weston McKennie, Manuel Locatelli und Dusan Vlahovic bleiben, um eine Mischung aus Erfahrung und jugendlicher Energie zu garantieren.

Comolli steht zwischen fairplay und forderung

Comolli steht zwischen fairplay und forderung

Problematisch: Damien Comolli muss den Traum mit den harten Zahlen des UEFA-Financial-Fairplay vereinen. Der Franzose gilt als Sparsamkeitspurist, der lieber junge Talente mit hoher Wiederverkaufswert-Chance holt. Spalletti dagegen will Reife statt Rohdiamanten – und nutzt die aktuelle Form (22 Punkte aus den letzten zehn Spielen) als Druckmittel.

Die Taktik funktioniert. Elkann lobte öffentlich den „erfahrenen Leiter, der Juve zurück zur alten Stärke führen kann“. Comolli dagegen muss nun innerhalb von Wochen prüfen, welche Plusvalenzen er generieren kann, um die Millionensummen freizugeben. Matthijs de Ligt, Adrien Rabiot und Federico Chiesa gelten als mögliche Abgänge, sollten sie die Gehaltsliste nicht senken.

Die Wahrscheinlichkeit, dass alle drei Wunschkicks kommen, bleibt gering. Die Wahrscheinlichkeit, dass Spalletti weiter lautstark nachlegt, ist hundertprozentig. Sein Vertrag ist verlängert, sein Standing maximal – und die Kessel-Temperatur in Turin steigt weiter.