Sevilla zündet twitter-streit über verlorenen roma-final wieder an
Vor knapp zwei Jahren verlor José Mourinho in Budapest die Europa-League-Krone. Nun spuckt der spanische Rekordsieger Sevilla FC in die alte Wunde – und löst einen Shitstorm aus, der bis nach Rom rollt.
Am Montag postete der offizielle Europa-League-Account ein Erinnerungsfoto vom 31. Mai 2023, dem Tag des Finals in der Puskás Aréna. Unter dem Bild: die Aufstellung von Sevilla und AS Roma, als wäre es ein harmloses Throwback. Doch die Kommentarspalte wurde zur Arena erneuter Wut. Roma-Fans spülten die Timeline mit Vorwürfen gegen Schiedsrichter Anthony Taylor, der damals nach 120 harten Minuten und elf Strafstößen die Roma mit zahlreichen umstrittenen Entscheidungen auf dem Weg zur Niederlage schien.
Sevilla antwortete nicht mit Schweigen, sondern mit Häme. „An alle Roma-Fans in den Kommentaren“ schrieb der Verein und legte ein Bild von Youssef En-Nesyri mit Kuß auf den Henkelpott bei. Die Aktion traf einen Nerv. Innerhalb von Minuten explodierte der Beitrag: „Ihr habt ein Finale gestohlen und feiert uns ins Gesicht. Das ist pure Provokation“, schrieb ein User. „Wenn ihr euch sicher wärt, würdet ihr nicht so laut brüllen“, konterte ein anderer. Die Moderatoren von X löschten mehrere Beiträge wegen Beleidigung und drohender Gewalt.

Die zahlen, die roma nicht loslässt
Die Roma hat seit jenem Abend kein europäisches Finale mehr erreicht. Mourinho wechselte, die Klubführung sucht nach Strukturen, die das Trauma Budapest überwinden helfen. Sevilla dagegen nutzt die Erinnerung als Marketingmotor – drei Titel in neun Jahren wollen gebührend gefeiert werden, selbst wenn der Gegner dabei blutet. Dabei ist der spanische Klub längst mehr als nur der Gewinner des Abends. Er ist zum Sinnbild für ein Turnier geworden, das er seit 2006 dominiert wie kein anderer.
Der italienische Fußballverband FIGC reagierte nicht auf Anfragen, ob man rechtliche Schritte prüft. Intern ist man erzkalt. „Diese Art der Kommunikation schürt nur neue Konflikte“, sagt ein Verbandsmitarbeiter anonym. Die UEFA lehnte einen Kommentar ab, verwies aber auf ihre Richtlinien für „respektvolle Interaktion“ in sozialen Medien.
Nun richten sich die Blicke auf die neue Saison. Roma muss in die Conference League, Sevilla startet wieder in der Europa League. Wenn die Lose im August fallen, wäre ein Wiedersehen möglich. Dann könnte Mourinho, derzeit ohne Club, als Zuschauer in der Loge sitzen – oder als neuer Trainer eines anderen Klubs direkt neben dem Platz. Die alte Wunde wäre wieder aufgerissen. Sevilla würde wohl wieder jubeln. Die Roma-Anhänger auch – nur anders.
