Musiala fällt wieder aus – nagelsmann schont den zauberfuß
Jamal Musialas Rückkehr in die Nationalmannschaft wird erneut aufgeschoben. Julian Nagelsmann verzichtet auf den Bayern-Star für die Länderspiele gegen die Schweiz und Ghana. Der Grund: Die Belastungssteuerung nach seiner Sprunggelenksreizung läuft weiter auf Sondertour.
Die absprache mit dem fc bayern
Die Entscheidung fiel in enger Abstimmung zwischen dem DFB und dem Rekordmeister. Nachdem Musiala in Bergamo noch 90 Minuten durchspielte, meldete er sich anschließend mit Schmerzen im linken Sprunggelenk. Die Reaktion: Kein Risiko, kein Gewürge, einfach weitermachen mit dem behutsamen Wiederaufbau. Das klingt nach Vorsicht, ist aber konsequent. Musiala hat seit seinem Muskelbündelriss bei der Klub-WM und der folgenden langen Zwangspause erst sieben Pflichtspiele absolviert.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Acht Länderspiele hat er bereits verpasst, das letzte Datums davor war der Nations-League-Kracher gegen Italien vor zwölf Monaten. Ein Jahr ohne Länderspielpraxis – das ist für einen Spieler, der als Zukunftsgarant der deutschen Offensive gilt, eine halbe Ewigkeit.

Nagelsmanns dilemma zwischen ergebnis und nachhaltigkeit
Der Bundestrainer steht vor dem altbekannten Dilemma: Mit Musiala wäre das Spiel gegen die Schweiz in St. Gallen sicherlich spektakulärer, ohne ihn aber nachhaltiger. Die WM 2026 rückt näher, und Nagelsmann plant nicht von Woche zu Woche, sondern mit Blick auf den Turnierzyklus. Ein Musiala bei 90 Prozent bringt der Mannschaft weniger als ein Musiala bei 100 Prozent im Juli 2026.
Die Alternative steht bereits bereit: Florian Wirtz hat in Leverkusen die Form seines Lebens, Leroy Sané glänzt mit Torgefahr rechts wie links. Das deutsche Mittelfeld ist nicht mehr von einem einzelnen Spieler abhängig – das ist der kleine Trost in Musialas Ausfall.
Am Donnerstag um 11 Uhr in der DFB-Zentrale in Frankfurt wird Nagelsmann sein Aufgebot offiziell bekanntgeben. Die Diskussion um Musialas Fitness wird dann abgeschlossen sein – für diesen Länderspielblock. Die nächste Chance kommt im Juni. Bis dahin heißt es für den Zauberfuß: Trainieren, schonen, zuhören. Und hoffen, dass der Körper endlich mitspielt.
