Iran wirft torjäger azmoun raus – wegen selfie mit scheich
Sardar Azmoun ist beim TSV Pelkum nur eine Erinnerung, in Teheran war er Nationalheld. Jetzt droht ihm der Sturz vom Sockel. Die Revolutionsgarden werfen dem 31-Jährigen „Verrat“ vor – wegen zweier Fotos.
Die bilder, die das regime wütend machten
Azmoun posiert lächelnd neben Mohammed bin Rashid Al Maktoum, Emir von Dubai und Premierminister der VAE. Das Foto landete auf Instagram, löschte es wieder, aber die Mullahs hatten bereits gespeichert. Für Staatsmedien ein „Akt der Feindesliebe“ – schließlich fliegen saudische und israelische Jets seit Wochen Angriffe auf iranische Ziele. Die Konsequenz: sofortiger Ausschluss aus der Nationalmannschaft, Beschlagnahmung aller Konten und Immobilien im Iran. Mit 57 Treffern in 91 Länderspielen war Azmoun bislang unstoffierbar, Dauerbrenner der Qualifikation für die WM 2026. Jetzt dürfte er im Sommer zuschauen – falls Iran überhaupt antreten darf.

Frauenproteste, hotel als flüchtlingsquartier – azmoun war schon politisch
Dass er aufmuckt, ist keine neue Seite. 2022 postete er Solidarität mit den Frauenprotesten, 2025 mietete er ein ganzes Hotel in Gonbad-e Kavus, um Bombenflüchtlinge aufzunehmen. Die neue Führung verglich ihn damals tapfer mit einem „Vorbild“. Doch wer sich mit dem Golfrivalen ablichtet, spielt laut Kommentator Mohammad Misaghi „kindisch mit dem Feuer“. Der ehemalige Zenit-Stürmer wird zum Paradebeispiel für die neue Null-Toleranz-Linie: Sportler sollen Tore schießen, nicht Politik machen.

Weitere spieler betroffen – fifa schweigt vorerst
Neben Azmoun wurden auch Mehdi Ghayedi und Ex-Nationalspieler Soroush Rafiei mit Beschlagnahmungsbefehl bedacht. Die FIFA reagierte bislang nicht offiziell, doch Insider erwarten einen Eilantrag des iranischen Verbandes, um die WM-Teilnahme zu sichern. Ohne Azmouns Tore fehlt dem Team die halbe Schärfe, ohne seine Popularität im Land der Rückhalt der Fans. Die drohende Absage hätte auch wirtschaftliche Folgen: Millionenverträge mit Sponsoren wie Adidas und Fly Emirates hängen an der Präsenz in den USA, Kanada und Mexiko.

Azmoun bleibt stumm – berater verhandelt mit dubai
Aus dem Lager des Angreifers, der derzeit bei Shabab Al-Ahli in Dubai unter Vertrag steht, kam zunächst kein Kommentar. Sein Berater hält die Füße still, winkt aber durchblicken, dass ein längerfristiges Engagement in den VAE wahrscheinlicher ist denn je. Fest steht: Wer für Iran aufläuft, darf nicht mit dem vermeintlichen Gegner posieren. Die Bilder sind gelöscht, die Karriere des einstigen Hoffnungsträgers steht am Scheideweg. Und die WM rückt näher – ohne ihrem besten Torjäger.
