Sophia schneider wirft das handtuch: rückenentzündungen stoppen ihre saison

Sie lief in Nove Mesto noch mit Betäubungsspritzen, verließ das Stadion im Schritttempo – und schwieg. Jetzt lüftet Sophia Schneider das Geheimnis: Zwei entzündete Facettengelenke in ihrer Lendenwirbelsäule haben die 28-Jährige vor die Wahl gestellt: weitermachen und riskieren, dass der Schmerz chronisch wird – oder Schlussstrich.

Sie zieht den Reißverschluss. „Ich habe mit Ärzten und Trainern die Notbremse gezogen“, schreibt Schneider auf Instagram. Der IBU-Cup, die kleine Bühne, auf der sie sich nach ihrer Knieblesspe im Winter zurückgekämpft hatte, bleibt ihre letzte Station dieser Saison. Weltcup, Weltmeisterschaften, Saisonfinale – alles abgehakt.

Die schmerzen begannen schon in tschechien

Insider wundern sich nicht. Beobachter erinnern sich an ihren Gang nach dem Sprint in Nove Mesto: zusammengebrochene Schultern, das Gewehr hing nur noch am Gurt, die Zähne fest aufeinander. Schneider selbst spricht von „massiven Einschränkungen“, die sie seit Januar begleiten. Dreimal Start, dreimal Platzierungen jenseits der Top 30 – für eine Athletin, die 2023 noch in Kontiolaivi das Sprint-Top-Ten-Ziel knapp verpasste, ein Alarmzeichen.

Der Deutsche Skiverband reagiert knapp: „Wir respektieren Sophias Entscheidung und werden sie nun vollständig genesen lassen.“ Klarere Worte findet Schneider selbst: „Solche negativen Erfahrungen gehören zum Leistungssport – aber sie sind trotzdem scheiße.“

Ein olympia-ticket rutschte ihr durch die lenden

Ein olympia-ticket rutschte ihr durch die lenden

Der Zwangspause droht mehr als nur ein Saisonaus. Mit nur einem Weltcup-Punkt im Sack verpasste sie die Olympia-Nominierung knapp. Die Konkurrenz – Julia Tannheimer, Hanna Kebinger, selbst die formstarke Nadine Horchler – baute in der Rückrunde ab, während Schneider in Arber und Brezno-Osrblie IBU-Cup-Podeste sammelte. Doch der Rücken versagte den Dienst.

Für den Weltcup 2025/26 beginnt das Rennen von vorne. Die Stützmuskulatur muss neu kabeliert werden, die Lauftechnik angepasst. „Ich werde alles dafür tun, wieder anzugreifen“, verspricht sie. Ein Comeback im Sommertrainingslager in Oberhof steht im Kalender – falls die Gelenke mitspielen.

Der Countdown läuft: Noch 177 Tage bis zum ersten Schnee. Schneider hat die Uhr schon umgestellt.