Sonnenhof jagt freiberg – hexenkessel offenbach droht
Die SG Sonnenhof Großaspach muss am Samstag im Bieberer Berg gewinnen, will sie den vier-Punkte-Abstand auf Spitzenreiter SGV Freiberg nicht weiter wachsen lassen. Der Gegner: Kickers Offenbach, frisch entzaubert, brandgefährlich.
Neuer trainer, alte wut
Mark Zimmermann übernimmt nach der Trennung von Kristjan Glibo einen Klub, der sich selbst nicht mehr erkennt. Platz 14, 17 Zähler hinter Großaspach – Zahlen, die im Waldstadion für Rote-Beete-Alarm sorgen. Doch genau das macht die Aufgabe so fies: Ein Traditionsverein ohne Druck ist ein wildes Tier. „Wir können uns sicher sein, dass uns dort ein echter Hexenkessel erwartet“, sagt SG-Coach Pascal Reinhardt, der seine Mannschaft von der Tribüne führen muss – Gelb-Rot sperrt ihn, Luca Molinari fehlt ebenfalls. Brooklyn Schwarz laboriert am Innenband. Drei Ausfälle, ein Ziel: Punkte.
Die Rechnung ist einfach. Gewinnt Großaspach, bleibt die Meisterschaft ein Zweikampf. Verliert oder remisert es, kann Freiberg schon am Sonntag auf sieben Punkte davonziehen. Nach 23 Spieltagen ist das eine Galgen-Frist. Die SG hat den Drittliga-Antrag eingereicht, das Papier ist sauber, doch der Rasen spricht eine andere Sprache. Sechs Punkte aus drei Spielen seit Februar – zu wenig für Ansprüche, die lauter werden als die Lautsprecher am Bieberer Berg.

6.000 Fans gegen die logik
Offenbachs Zuschauerschnitt von über 6.000 ist der beste Beweis: Diese Fans feuern auch dann, wenn die Mannschaft sie betrogen hat. Ihre Stimme dürfte am Samstag bis nach Freiberg tragen. Pascal Reinhardt redet sich warm: „Ich spüre, wie heiß wir sind.“ Doch Hitze allein reicht nicht, wenn der Gegner seine Identität sucht und dabei alles riskiert. Großaspach hat die Qualität, aber Offenbach die Unberechenbarkeit. Und die ist in der Regionalliga Südwest oft mehr wert als jede Taktik.
Um 14 Uhr rollt der Ball, um 16 Uhr könnte die Meisterschaft gelaufen sein. Sonnenhof bangt, Freiberg lacht – oder umgekehrt. Eines ist klar: Wer am Samstag verliert, darf sich auf die Relegation einstellen. Der Rest ist Schicksal.
