Sonja henie: von 'fräulein hoppla' zur eis-legende und hollywood-diva

Sonja henie: eine ikone des eiskunstlaufs und ihre schattenseiten

Heute vor 56 Jahren, am 12. Oktober 1969, verstarb Sonja Henie, die wohl erfolgreichste Eiskunstläuferin aller Zeiten. Ihre Karriere führte sie nicht nur zu drei Olympia-Goldmedaillen, sondern auch nach Hollywood, wo sie als Filmschauspielerin Weltruhm erlangte. Doch hinter dem glitzernden Image verbarg sich eine komplexe Persönlichkeit, die auch umstritten war.

Die anfänge einer außergewöhnlichen karriere

Geboren am 8. April 1912 in Oslo, Norwegen, brachte ihr Vater, selbst ein erfolgreicher Sportler (Bahnrad-Weltmeister und Eisschnellläufer), ihr das Talent mit. Bereits mit elf Jahren debütierte Sonja Henie 1924 bei den Olympischen Spielen in Chamonix. Obwohl sie damals noch nicht zu den Favoritinnen zählte, legte dieser Auftritt den Grundstein für ihre beeindruckende Laufbahn. Ihr Spitzname 'Fräulein Hoppla' entstand nach einem Sturz während einer Kür, als sie hilfesuchend nach ihrem Trainer rief.

Dominanz auf dem eis: drei olympiasiege in folge

Dominanz auf dem eis: drei olympiasiege in folge

Trotz anfänglicher Schwierigkeiten entwickelte sich Sonja Henie zu einer unaufhaltsamen Kraft im Eiskunstlauf. Nach einer Silbermedaille bei der Weltmeisterschaft 1926 dominierte sie die folgenden zehn Weltmeisterschaften und gewann drei olympische Goldmedaillen: 1928 in St. Moritz, 1932 in Lake Placid und 1936 in Garmisch-Partenkirchen. Mit ihren 15 Jahren und 315 Tagen wurde sie 1928 die jüngste Winter-Olympiasiegerin in einer Einzeldisziplin – ein Rekord, der erst 1998 gebrochen wurde.

Hofiert vom ns-regime: eine problematische beziehung

Hofiert vom ns-regime: eine problematische beziehung

Ihr Sieg bei den Olympischen Spielen 1936 in Garmisch-Partenkirchen, inszeniert vom NS-Regime, war von Kontroversen begleitet. Adolf Hitler selbst überreichte ihr die Goldmedaille, und Henie ließ sich auch danach von den Nationalsozialisten hofieren. Diese Nähe zum Regime wurde ihr von vielen Norwegern auch nach dem Krieg übelgenommen. Sie wurde sogar auf den Berghof eingeladen und erhielt ein signiertes Foto von Hitler.

Der sprung nach hollywood: eine neue karriere beginnt

Der dritte Olympiasieg markierte für Sonja Henie nicht das Ende, sondern den Beginn ihrer eigentlichen Karriere. Sie unterschrieb einen lukrativen Vertrag bei 20th Century Fox und wurde schnell zu einer der bestbezahlten Schauspielerinnen der Welt. Ihre Filme, Eisrevuen mit atemberaubenden Choreografien, waren ein großer Erfolg. Von 1937 bis 1948 drehte sie zwölf erfolgreiche Eisfilme.

Mehr als nur eine sportlerin: emanzipation und kontroversen

Sonja Henie war ihrer Zeit voraus. Sie revolutionierte den Eiskunstlaufstil und begann schon früh, aus ihrem Können finanzielles Kapital zu schlagen, was damals im Amateursport strikt verboten war. Ihr selbstbewusstes Auftreten und ihre Affären führten zu einem zwiespältigen Ruf. Ihre Biografie 'Queen of Ice, Queen of Shadows' enthüllte nach ihrem Tod eine Frau, die besessen von Geld und Sex gewesen sein soll, aber auch eine, die rücksichtslos ihre Ziele verfolgte.

Das vermächtnis einer legende

Sonja Henie starb am 12. Oktober 1969 im Alter von nur 57 Jahren an Leukämie. Sie liegt an der Seite ihres Ehemannes, des Kunsthändlers Niels Onstad, in Oslo begraben, in der Nähe des von ihnen gegründeten Henie Onstad Kunstsenter, einem international renommierten Kunstmuseum. Ihre Leistungen im Eiskunstlauf sind bis heute unübertroffen, und sie bleibt eine faszinierende Ikone des Sports und der Unterhaltung.