Söder feuert olympia-kanone: „bayern holt sich die spiele – und dann auf die wiesn“

Markus Söder ballt die Faust, das Publikum brüllt. „Olympia, Paralympics – und dann auf die Wiesn!“ Mit dieser Kampfansage verwandelt der bayerische Ministerpräsident die Talkrunde „Aufschlag bei BILD“ in ein vollständig überzogenes Bekenntnis-Stadion. Kein Wenn, kein Aber: München, Garmisch und die Alpenregion sollen 2036 zurück auf die Sportweltkarte katapultieren.

Warum söders plan keine schnapsidee ist

Die Rechnung des CSU-Chefs geht schneller auf, als man denkt. Drei Viertel der geforderten Wettkampfstätten stehen laut internem Konzept bereits. Das Münchner Olympiastadion? Saniert. Garmisch-Partenkirchen? Eisbahn frisch saniert, Skisprung-Schanze auf Weltcup-Niveau. Die Alpinen Riesenslalom-Pisten? Liegen da, wo andere Nationen noch Erdarbeiten vergeuden müssten. Nur eine neue Athletensiedlung würde Bayern wirklich bluten – geschätzt 1,8 Milliarden Euro. Für einen Freistaat, der 2025 mit 7,3 Milliarden Überschuss haushaltet, ein Darlehen mit Ansage.

Doch Söder weiß: Geld allein kauft keine IOC-Stimmen. Deshalb setzt er auf das Oktoberfest-Argument. „Wir sind die einzige Region, die Sportler nach Medaillenkampf direkt ins größte Fest der Welt entlassen kann“, lacht er und meint es ernst. Die Botschaft: Bei uns wird nicht nur geschwitzt, sondern auch gefeiert – ein Image, das dem IOC seit Salt Lake City 2002 fehlt.

Der gegner heißt nicht berlin, sondern zeit

Der gegner heißt nicht berlin, sondern zeit

Die nationale Konkurrenz schläft nicht. Hamburg plant einen fliegenden Olympiapark, Düsseldorf wirbt mit NRW-Breite. Söders Trumpf: Er kann morgen unterschreiben, weil seine Landtagsfraktion bereits grünes Licht gab. Berlin dagegen müsste erst noch einen Stadtstaats-Antrag durch den Bundesrat bugsieren – Verzögerung: mindestens 18 Monate. In der Welt der olympischen Kandidaturen ist das eine Ewigkeit.

Ein Detail verrät, wie weit die Maschinerie läuft. Am Tegernsee wurde stillschweigend ein ehemaliges Hotelareal zurückgekauft – 40 Hektar, direkt an der Bundesstraße. Baugebiet? Nein. Offiziell „Sondernutzung Sport“. Insider sprechen von einem zweiten Olympischen Dorf, falls München selbst aus Kapazitätsgründen kneift. Söder schweigt dazu, grinst nur. „Wir haben alle Optionen.“

Was die zahlen wirklich sagen

Was die zahlen wirklich sagen

Trotzdem bleibt ein fader Beigeschmack. Die Münchner Sommerspiele 1972 kosteten umgerechnet 1,1 Milliarden Euro, die veranschlagte Wintervariante 2036 schon jetzt 3,4 Milliarden. Experten rechnen mit einer realistischen Endsumme von 5,1 Milliarden – ohne Pandemie, ohne Sicherheitszuschlag. Söders Gegenrechnung: Jedes verschobene Bundesliga-Spiel kostet Bayern 12 Millionen Tourismusumsatz. Ein Olympia-Wochenende? Mindestens 180 Millionen. Multipliziert über 16 Tage ergibt das 2,9 Milliarden, die ohne großes Zittern in bayerische Kassen fließen. Die Causa ist damit nicht günstiger, aber plötzlich nachvollziehbar.

Am Ende bleibt eine politische Wette. Scheitert Söder, bleibt er der Lokalpatriot, der es wenigstens versuchte. Klappt es, katapultiert ihn die Eröffnungsfeier 2036 ins nationale Format – nur zwei Jahre vor der nächsten Landtagswahl. Entweder er trägt die Flamme ins Stadion oder sie verbrennt seine Ambitionen. Für Bayern heißt das: Es wird goldig – oder gewaltig teuer.