Snooker-schock: 100 minuten für einen frame!
Die Welt des Snookers stand unter Schock, als Mark Allen und Wu Yize in einer epischen Auseinandersetzung während der zweiten Session ihres Halbfinales in der Crucible Theatre fast eine Stunde für einen einzigen Frame benötigten. Ein solches Stillstand-Spektakel hat die Snooker-Geschichte selten erlebt.

Ein frame, der die zeit zum stillstand brachte
Der 14. Frame, der entscheidende Moment des Matches, entwickelte sich zu einem Albtraum für die Zuschauer und ein Prüfstück für die Nerven der Spieler. Acht rote Kugeln umschlossen die schwarze Kugel am Filzrand, was eine Serie von sicheren Spielzügen und taktischen Manövern zur Folge hatte. 55 Minuten vergingen, ohne dass eine Kugel ins Loch ging – eine Ewigkeit im schnellen Weltraum des Snookers.
Allen, der mit einem komfortablen Vorsprung von 47:13 führte und alles daran setzte, den Frame zu sichern, verzichtete auf riskante Versuche. Wu Yize, der auf das Ende des langwierigen Spiels hoffte, konnte ebenfalls wenig ausrichten. Der Schiedsrichter, Marcel Eckardt, fand sich in einer unangenehmen Situation wieder. Zögerliches Handeln und der kaum unterdrückbare Jubel einiger Zuschauer – „langsames Klatschen, ein gellendes Signal der Ungeduld“ – erschwerten seine Position. Erst auf Nachdruck von Turnierdirektor Rob Spencer ergriff Eckardt Maßnahmen und forderte die Spieler auf, innerhalb von drei Schüssen eine Lösung zu finden, andernfalls würde die Konfiguration zurückgesetzt.
Allen, unter Druck, versuchte einen riskanten Spielzug, der jedoch in eine Fehlkugel mündete, wodurch Wu die Chance erhielt, sich zurück ins Spiel zu kämpfen. Das Ergebnis: Ein Frame, der schliesslich mit 88:66 an Wu ging, nach insgesamt 1 Stunde, 40 Minuten und 21 Sekunden – eine Schande für den Snooker, so die Meinung vieler Experten.
Der sechsfache Weltmeister Steve Davis, der das Spiel als Kommentator verfolgte, sprach Klartext: „Das war eine absolute Peinlichkeit für den Snooker. Die Verbandsführung und die Spieler müssen dringend eine Lösung finden, um solche Situationen in Zukunft zu vermeiden.“
Trotz des Aufruhrs wies World Snooker Bedenken hinsichtlich möglicher Regeländerungen bezüglich des Neustarts von Frames zurück und betonte, dass die aktuelle Regelgebung korrekt angewendet wurde. Die Frage bleibt: Wie kann man sicherstellen, dass solche zermürbenden Stillstände nicht wieder vorkommen, ohne das strategische Element des Snookers zu beeinträchtigen?
