Skorupski schwört dem bologna-tor treue bis 2027 – comeback gegen napoli möglich
Lukasz Skorupski ballert den Ball aus 25 Metern ins Netz, doch diesmal ist es kein Trainingstor: Der Pole feuert seine Mitspieler beim Abschlusstraining an, denn am Montag könnte er selbst wieder zwischen die Pfosten zurückkehren. Nach einer hochgradigen linken Oberschenkelzerrung ist der 33-Jährige vorzeitig genesen – und liefert nebenher eine emotionale Standortbestätigung.
Der arzt gibt grünes licht, italiano noch nicht
Casteldebole, 8:43 Uhr: Skorupski absolviert ohne Schmerzen die letzte Sprinteinheit. Die medizinische Abteilung des FC Bologna attestiert volle Belastbarkeit. Entscheidender Haken: Trainer Vincenzo Italiano wartet mit der Startelf-Bekanntgabe bis Sonntagnachmittag. „Wir schauen, wie das Bein morgen reagiert“, sagt der Coach nach dem Abschlusstraining knapp. Ein Einsatz von der ersten Minute ist laut Klubkreisen „wahrscheinlicher als erwartet“, doch die Hintermannschaft um Calafiori und Beukema trainierte gestern bereits mit Bardi im Tor – ein klares Signal, dass Italiano auf Nummer sicher gehen will.
Die Zahlen sprechen für Skorupski: In dieser Saison hielt er 46 Prozent der Schüsse auf sein Tor, Serie-A-Spitzenwert unter regulär spielenden Keepern. Verzichten will Bologna auf diese Stärke im Topspiel gegen Napoli nicht, schließlich geht es um den vorletzten Schritt Richtung Champions-League-Qualifikation.

„Hier will ich alt werden“
Parallel zur Genesung liefert der ehemalige Roma-Keeper eine verbale Loyalitätsoffensive. Nach dem Europa-League-Auswärtsspiel in Gent hatte er sich öffentlich festgelegt: „Meine Familie fühlt sich in Bologna wohler als überall sonst. Ich habe bis 2027 unterschrieben, und wenn meine Knie noch mitmachen, verlängere ich sofort.“ Die Worte gehen viral, Fans drucken Shirts mit der Aufschrift „Skorupski Bandiera“. Dabei weiß der Pole, dass Klubs aus Saudi-Arabien und der Premier League seine Ausstiegsklausel (geschätzt 12 Millionen Euro) bereits prüften.
Sein Mitspieler Riccardo Orsolini, ebenfalls 2027 an den Klub gebunden, bestätigt: „Lukasz redet ständig vom Projekt Bologna. Für ihn ist das kein Sprungbrett, sondern die Heimat.“ Gemeinsam wollen sie den ersten CL-Einzug seit 1964 perfekt machen – ein Ziel, das die rossoblù-Fans seit Wochen mit Choreografien und Straßensängern zelebrieren.

Napoli als gradmesser – und möglicher vorbote
Am Montagabend (20:45 Uhr, Stadio Renato Dall‘Ara) kommt Napoli, selbst noch im Rennen um die Euro-League-Plätze. Ein Sieg würde Bologna sieben Punkte vor den Partenopei stellen – bei nur zwei Spielen Restlaufzeit wäre die Champions League so gut wie perfekt. Für Skorupski winkt die 200. Pflichtspiel-Partie für den Klub. Ob als Bankdrücker oder Rückhalt, spielt für ihn längst keine Rolle mehr: „Ich will einfach dabei sein, wenn wir Geschichte schreiben.“
Die Kurve hat bereits ein riesiges Banner vorbereitet: „Lukasz, unser Herz schlägt im rossoblù-Takt.“ Wenn er dann tatsächlich die Kapitänsbinde trägt – Calafiori fällt gelbgesperrt aus –, wäre der Kreis perfekt: vom verletzten Leistungsträger zum Symbolfigur in nur zehn Tagen. Die Stadt wartet, die Familie wartet, ganz Bologna wartet. Skorupski selbst lächelt nur: „Ich bin bereit, wenn der Coach mich braucht.“
