Skispringen: vorwürfe wegen unerlaubter 'optimierungen' – wada und fis reagieren

Skandal im skispringen: ungewöhnliche vorwürfe erschüttern den sport

Zu Beginn des Jahres sorgte ein Bericht für große Aufregung: Skispringer sollen auf skurrile Weise versuchen, sich einen Wettkampf Vorteil zu verschaffen. Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) und der Internationale Skiverband (FIS) haben nun auf die brisanten Anschuldigungen reagiert. Medienberichte, insbesondere von Bild, hatten Anfang Januar enthüllt, dass einige Athleten vor der Vermessung des sogenannten Schrittmaßes eine Injektion durchgeführt haben könnten.

Was ist das schrittmaß und warum ist es relevant?

Was ist das schrittmaß und warum ist es relevant?

Das Schrittmaß wird am untersten Punkt im Genitalbereich gemessen und dient als Grundlage für die Bestimmung der Anzuggröße der Skispringer. Durch eine Veränderung dieses Maßes – in diesem Fall durch eine Injektion – könnte mehr Anzugfläche erzeugt werden, was theoretisch zu einer verbesserten Aerodynamik und somit zu längeren Sprüngen führen könnte. Diese Praxis würde einen klaren Verstoß gegen die Fairness im Sport darstellen.

Die reaktion der wada auf die vorwürfe

Auf einer Pressekonferenz während der Olympischen Winterspiele in Mailand-Cortina wurde WADA-Generaldirektor Olivier Niggli mit den Vorwürfen konfrontiert. Er zeigte sich zunächst überrascht: „Ich kenne mich mit den Details des Skispringens nicht aus und weiß nicht, wie dies die Leistung verbessern könnte“, so Niggli. Er betonte jedoch, dass die WADA bei Beweisen für eine Regelwidrigkeit sofort handeln werde.

Amüsiertes kommentar des wada-präsidenten

Der polnische WADA-Präsident Witold Banka reagierte auf die Frage mit einem Augenzwinkern: „Skispringen ist in Polen sehr beliebt, daher verspreche ich Ihnen, dass ich mir das ansehen werde.“ Seine humorvolle Reaktion verdeutlichte, dass die Vorwürfe auch innerhalb der WADA für Überraschung sorgten.

Fis weist die vorwürfe zurück

Laut der Berichte soll die verwendete Substanz Hyaluronsäure sein, die grundsätzlich nicht auf der Dopingliste steht. Dennoch wies FIS-Kommunikationsdirektor Bruno Sassi die Behauptungen gegenüber der BBC entschieden zurück: „Es gab nie Anzeichen, geschweige denn Beweise dafür, dass ein Wettkämpfer jemals Hyaluronsäure injiziert hat.“

Kontrollen und regularien im skispringen

Vor Beginn jeder Saison werden Skispringer mithilfe von 3D-Körperscannern vermessen. Dabei ist die Einhaltung der Kleidungsvorschriften streng geregelt: Athleten dürfen ausschließlich elastische, körpernahe Unterwäsche tragen. Die Regularien sehen eine Toleranz von lediglich zwei bis vier Zentimetern bei der Anzuggröße vor. Verstöße gegen diese Regeln führten in der Vergangenheit bereits zu Disqualifikationen, wie beispielsweise beim slowenischen Skispringer Timi Zajc bei der Vierschanzentournee.

Verschärfte kontrollen nach dem wm-skandal

Die FIS hatte ihre Kontrollen im Zuge des Skandals um norwegische Skispringer bei der Weltmeisterschaft deutlich verschärft. Ziel ist es, die Fairness im Sport zu gewährleisten und jegliche Form von Manipulation zu unterbinden. Die Untersuchungen zu den aktuellen Vorwürfen werden mit Hochdruck fortgesetzt, um die Wahrheit ans Licht zu bringen.