Skispringen trauert: baldur preiml – der architekt des deutschen erfolgs
Vor 52 Jahren begann eine Revolution im österreichischen Skispringen, und mit dem Tod von Baldur Preiml am 27. Januar 2025 ist eine Schlüsselfigur dieser Ära gegangen. Der Mann, der aus einer Nation von Außenseitern eine globale Macht formte, hat in Spittal an der Drau im Alter von 85 Jahren seinen letzten Atemzug gemacht. Es ist kaum zu glauben, dass es eine Zeit gab, in der Österreich im Skispringen kaum eine Rolle spielte – eine Zeit, in der die Erfolge vor allem von Norwegern und Deutschen dominiert wurden.
Von der bronze-medaille zur trainingsrevolution
Baldur Preiml, geboren am 8. Juli 1939 in Kärnten, war selbst als aktiver Skispringer in den 1960er Jahren erfolgreich und gewann bei den Olympischen Spielen 1968 in Grenoble die Bronzemedaille auf der Normalschanze. Doch sein nachhaltigster Einfluss ging von seiner Tätigkeit als Trainer aus. Preiml erkannte, dass mehr als nur Talent nötig war, um im internationalen Skispringen zu bestehen. Er begann, die Sportart von Grund auf neu zu denken.
Seine revolutionären Ansätze umfassten nicht nur die Optimierung von Skiern und Sprunganzügen, sondern auch die Entwicklung innovativer Trainingsmethoden, die Ernährung und das Mentalcoaching einschlossen. Dabei studierte er intensiv die Trainingsmethoden der damals dominanten DDR, um deren Erfolge zu verstehen und zu adaptieren. Preiml war ein Perfektionist, der jeden Aspekt des Skispringens analysierte und verbesserte.

Bildung und talentförderung im fokus
Besonders hervorzuheben ist Preimls Engagement für die Bildung seiner Schützlinge. Auf seinem Skigymnasium in Stams, wo er zeitweise parallel zu seiner Bundestrainer-Tätigkeit lehrte, vermittelte er ihnen nicht nur sportliche Fähigkeiten, sondern auch Wissen in Geschichte und anderen Fächern. Er war überzeugt, dass eine umfassende Bildung den Charakter und die Leistungsfähigkeit der jungen Springer fördert.
Unter Preimls Führung erlebte das österreichische Skispringen einen beispiellosen Aufstieg. Namen wie Toni Innauer, der Olympiasieger von Lake Placid 1980, Willi Pürstl, der 1975 den ersten österreichischen Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee seit 22 Jahren errang, und später Andreas Felder, Heinz Kuttin, Andreas Goldberger, Andreas Widhölzl, Wolfgang Loitzl, Andreas Kofler, Gregor Schlierenzauer, Thomas Morgenstern, Thomas Diethart, Stefan Kraft und Daniel Tschofenig – alle wandelten in den Spuren, die Preiml geschaffen hatte. Er formte eine ganze Generation von Weltklassespringern.
„Er hat die Sportart revolutioniert“, so der Österreichische Skiverband in einem Nachruf. Und das ist keine Übertreibung. Baldur Preiml hat das Skispringen nachhaltig verändert und Österreich zur Nummer eins in dieser Sportart gemacht. Sein Vermächtnis wird weiterleben, in den Erfolgen seiner Schützlinge und in der Leidenschaft, die er für den Skisprung entfacht hat.
Die Zahl spricht für sich: Mehr als 50 Jahre prägte Preiml das österreichische Skispringen, und seine Arbeit wird für immer in der Geschichte des Sports verewigt bleiben. Ein Mann, der nicht nur Skispringer formte, sondern auch eine ganze Nation begeisterte.
