Skispringen schreibt geschichte: frauen erstmals bei der vierschanzentournee dabei!
Ein Erdbeben im Skisport! Nach jahrelangen Diskussionen und dem unermüdlichen Einsatz vieler Beteiligter steht fest: Die Vierschanzentournee wird ab der Saison 2026/27 auch für Frauen ausgetragen. Der Internationale Skiverband (FIS) hat die endgültige Entscheidung bei einer Sitzung in slowenischem Portorož getroffen – ein Moment, der die Sportwelt in Aufbruchstimmung versetzt.

Die lange reise zum durchbruch
Die Aufnahme des Frauenwettbewerbs in die traditionsreiche Tournee ist mehr als nur eine sportliche Entscheidung. Sie krönt die jahrelangen Bemühungen, die Geschlechtergleichstellung im Schneesport voranzutreiben. FIS-Präsident Johan Eliasch bezeichnete die Entscheidung bereits im Januar als „wahren Meilenstein“ und betonte, dass die FIS stets ein unerschütterliches Engagement für die Förderung des Frauenskispringens gezeigt habe. Die Fortschritte sind unverkennbar, und dieser Schritt ist ein deutlicher Beweis dafür.
Doch die Freude ist nicht nur bei den Verantwortlichen groß. Auch ehemalige Athletinnen wie Katharina Schmid, die ihre Karriere kürzlich beendet hat, äußerten sich begeistert. Auch wenn sie selbst nicht mehr am Start sein wird, freut sie sich riesig auf die Premiere und bezeichnet den Schritt als „längst überfällig“. Die Installation von Flutlichtanlagen in Innsbruck, die lange Zeit ein Hindernis darstellte, ist nun Realität und ebnet den Weg für abendliche Wettbewerbe an allen vier Austragungsorten.
Die klassischen Schauplätze Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen bleiben unverändert erhalten. Die Tournee feiert im Winter 2026/27 ihr 75-jähriges Jubiläum – ein passender Anlass für diesen historischen Moment. Die Frauenwettbewerbe sollen jeweils am Tag vor den Herrenspringen, also am Qualifikationstag, stattfinden.
Ein Blick zurück: Die fehlende technische Ausstattung in Innsbruck, insbesondere das Fehlen einer Flutlichtanlage für abendliche Wettkämpfe, verzögerte die Entscheidung lange Zeit. Die Finanzierung der Anlage ist nun gesichert, und damit ist der Weg frei für die Premiere. Der Startschuss für die neue Saison für Damen und Herren erfolgt bereits am 20. November 2026 in Lillehammer – ein Vorgeschmack auf die erste gemeinsame Vierschanzentournee.
Neben der historischen Bedeutung für den Frauenskisprung gibt es auch spannende Entwicklungen im Herrenbereich. Der ehemalige DSV-Trainer Horngacher, eine Legende im Skisprung, soll als Trainingskoordinator das polnische Team zurück an die Spitze führen. Ein erfahrener Mann, der weiß, wie man junge Talente fördert und Teams zu Höchstleistungen treibt.
Die Vierschanzentournee der Frauen ist ein Signal: Der Skisport ist offen für alle, unabhängig von Geschlecht. Ein Satz, der mehr bedeutet, als er auf den ersten Blick vermuten lässt. Es ist ein Versprechen für die Zukunft und ein Beweis dafür, dass Leidenschaft und Talent keine Grenzen kennen.
