Ski-karrieren am limit: schweizer athleten kämpfen um ihre zukunft
Der Schnee liegt noch, doch im Schweizer Skisport bahnt sich eine bittere Realität Bahn: Das Saisonende bedeutet für viele Athletinnen und Athleten den Kampf um den Verbleib im Nationalkader. Wer den Sprung nicht schafft, steht vor finanziellen und organisatorischen Hürden, die kaum zu bewältigen sind.
Die ungewisse zukunft von simone wild
Ein Name, der in dieser Situation besonders schmerzt, ist der von Simone Wild. Die 32-Jährige, die in den letzten Rennen zwar Ansätze zeigte – mit Rängen 29 und 26 im Weltcup – reichte es nicht für eine Rückkehr in den Swiss-Ski-Kader. Die Situation ist delikat: „Wie viel es ist, weiss ich nicht. Ich habe die Rechnungen vom letzten Jahr noch nicht bekommen“, gestand sie gegenüber dem Blick. Die fehlenden Sponsoren und die Notwendigkeit, eine Crowdfunding-Kampagne zu starten, um rund 20.000 Franken aufzubringen, offenbaren die prekäre Lage vieler Athleten.
80.000 Franken – das sind die jährlichen Kosten, die ohne Kader-Unterstützung auf einer Sportlerin oder einem Sportler lasten können. Trainings, Reisen, Betreuung – all das muss selbst organisiert und finanziert werden. Ein Weg ohne Kader ist also kein Zuckerschlecken.

Vanessa kaspers triumph als hoffnungsschimmer
Doch es gibt auch positive Beispiele. Vanessa Kasper, 29 Jahre alt, beweist, dass ein Leben ohne Swiss-Ski-Status möglich ist. Nach einer Phase außerhalb des Kaders hat sie sich zurückgekämpft und ist heute hinter Camille Rast die zweitbeste Schweizer Riesenslalomfahrerin. „In der Zeit ohne Kaderstatus habe ich viel gelernt und bin selbständiger geworden“, erklärt sie. Ihre beeindruckende Leistung in dieser Saison – sie punktete in acht von zehn Rennen – und ihre neuen Ziele – die Top 15 und dann das Podest – sind ein Beweis für ihren Ehrgeiz und ihre Entschlossenheit.
Die Entscheidung von Swiss-Ski ist hart, aber die Athleten müssen sich der Realität stellen. Während Harald Steiner mit den Entscheidungskriterien der Organisation anscheinend nicht ganz synchron läuft, stehen die Uhren für Wild und Co. unerbittlich. Die Frage ist nicht, ob sie es schaffen, sondern wie sie ihre Leidenschaft für den Skisport am Leben erhalten können, wenn der Staat sie nicht unterstützt. Das zeigt, wie fragil die Karriere vieler Talente sein kann.
