Skandal um kap verde-kapitän ryan mendes kurz vor achtelfinal-kracher gegen messi

Diese WM-Geschichte droht zu kippen. Ryan Mendes, 36, Herz und Hirn der unbesiegten Kap-Verde-Auswahl, soll in Neuseeland eine Brasilianerin vergewaltigt haben. Die Ermittler in Auckland bestätigen ein laufendes Verfahren, aber noch keine Anklage – und der Stürmer läuft weiter auf. Am Sonntag wartet Argentinien.

Der vorwurf: sexuelle gewalt im teamhotel

Alles begann am 27. März im Pullman Hotel Auckland. Kap Verde bereitete sich dort auf die FIFA Series vor, ein Testturnier vor dem eigentlichen Weltcup. Eine 29-jährige Brasilianerin, in Neuseeland ansässig, arbeitete als offizielle Dolmetscherin der Delegation und wohnte im gleichen Haus wie die Spieler. Nach der 0:1-Niederlage gegen Chile soll sie von Betreuer:ern zu einem „lockeren Gespräch” ins Zimmer des Kapitäns gerufen worden sein.

Dort habe sie rasch gemerkt, dass es kein Arbeitsgespräch sei, sich entschuldigt und sei wieder gegangen, heißt es in der Anzeige. Kurz darauf klopfte es erneut – und diesmal sei Mendes gewaltsam eingedrungen und habe sie attackiert. Die Frau erstattete am selben Abend Anzeige, lieferte Fotos von Platzwunden am Mund, blauen Flecken an Hals, Rippen und Schenkeln sowie einen ärztlichen Befund einer Spezialklinik für sexuelle Gewalt.

Forensischer befund und hotelvideos stehen aus

Forensischer befund und hotelvideos stehen aus

Das Dokument der Klinik, das Globo Esporte vorliegt, listet Prellungen am Genick, am Brustkorb und an den Schamlippen auf – Verletzungen, die nach Aussage der Ärztin „konsistent mit Gewaltandrohung und penetrativer Gewalt” seien. Die Polizei in Auckland bestätigt, dass die Sicherheitsvideos des Hotels sichergestellt wurden und nun ausgewertet werden.

Ein Sprecher der neuseeländischen Behörde betont jedoch: „Wir nennen keine Namen, solange keine Anklage erhoben wird.” Die Frist dafür läuft bis Ende August – genug Zeit, dass Mendes erst mal weiterspielen darf. FIFA und kapverdische Föderation haben eine formale Bitte erhalten, den Kapitän vorläufig zu sperren. Beide Seiten schweigen bislang.

Vom liebling der wm zum verdächtigen

Vom liebling der wm zum verdächtigen

Mendes, 36, lief in Frankreich, England und den Emiraten auf, kickt heute in der türkischen Zweiten. Gegen Ghana schoss er das 1:0, gegen Portugal das späte 1:1 – der Routinier ist der emotionale Anker der Blauen, die erstmals überhaupt eine WM-K.o.-Runde erreicht haben. Die Fans feierten ihn als „Capitão Milagre”. Dieses Etikett klingt plötzlich bitter.

Wenn die Ermittlungen zu einer Anklage führen, drohen bis zu 20 Jahre Haft in Neuseeland. Bis dahin dürfte Mendes nicht nur gegen Lionel Messi auflaufen, sondern möglicherweise auch im Viertelfinale – sofern die Elf die Schmach abwälzt und weitermacht. Die Frage ist nur: wie lange hält der Verband die Fassade noch?

Die Fakten liegen auf dem Tisch. Die Bilder auch. Die WM-Fee Kap Verde steht vor ihrer bisher härtsten Bewährungsprobe – und sie hat nichts mit Fußball zu tun.