Sinner zieht in miami die sonne auf sich: 26. titel und historisches double perfekt
Regen, Unterbrechungen, ein tschechischer Angreifer, der nichts kassieren wollte – und trotzdem stand am Ende nur Jannik Sinner im strahlenden Licht der Hard Rock Stadium-Bühne. 6:4, 6:4 gegen Jiri Lehecka, 26. Turniersieg, Sunshine Double eingetütet. Wer Hartplätze dominiert, dominiert die Welt.
Sinner spielt die unfehlbarkeit, lehecka die unbeirrbarkeit
Der Matchball landete nach 94 Minuten Spielzeit im Tschechen Netz, doch die eigentliche Geschichte war schon zuvor geschrieben: Sinner schlug in Indian Wells auf, legte in Miami nach und ist nun in einem Club, den sonst nur Djokovic, Federer, Sampras & Co. betreten durften. Die Zahl, die alle Analysten zum Schweigen bringt: 100 % Punktquote beim ersten Aufschlag im ersten Satz – ein Wert, den selbst Computer nicht simulieren.
Lehecka, die Überraschung des Turniers, wehrte sich mit Risko-Return und Sprinten quer über das Kort. Er zwang Sinner zu vier Breakbällen, schaffte aber keinen einzigen Convert. Jeden dieser Punkte konterte der Südtiroler mit einem Aufschlag-Winner oder einer Vorhand-Diagonal-Linie, die wie ein Laserschnitt wirkte. Die Statistik: 21 Winner, 11 unerzwungene Fehler – das ist keine Ausnahme, das ist System.

Historisches double nach 30 jahren – und ein neues zeitalter
Zuletzt hatten Steffi Graf und Pete Sampras 1994 das Doppel-Double geschafft. Nun also Aryna Sabalenka und Sinner – beide mit unbändischem Drive, beide ohne Niederlage zwischen Wüstenkalifornien und Florida. Die Botschaft: Wer die Hartplatz-Saison beherrscht, setzt sich an die Spitze der ewigen Ranglisten. Sinner sammelte in den letzten zwölf Monaten 8.680 Punkte, mehr als je ein Spieler in einem Zwölfmonats-Zeitraum vor ihm.
Die ATP-Weltrangliste? Nur noch 1.030 Punkte hinter Novak Djokovic. Die Frage ist nicht mehr, ob Sinner die Spitze erklimmt, sondern wie lange er sie dann abriegelt. Sein Coach Darren Cahill sagte nach dem Match: „Er trägt noch keine Krone, aber er spielt schon wie ein König.“
Die Saison ist jung, der Sand kommt, doch der Herzschlag des Tennis schlägt gerade auf Hartplatz. Und dieser Herzschlag trägt momentan einen Namen: Jannik Sinner. Nächste Woche in Monte Carlo beginnt das nächste Kapit – mit dem Unterschied, dass er diesmal als Jäger der Geschichte reist, nicht mehr als Gejagter der Konkurrenz.
