Sinner regiert mit 13.900 punkten – jódar rast mit 657 plätzen nach oben
Jannik Sinner hat das ATP-Ranking im Würgegriff. 13.900 Punkte stehen auf seinem Konto, 1.940 mehr als Carlos Alcaraz. Die Spitze ist kein Zufall, sondern Ausdruck einer Saison, in der der Südtiroler jede Kleinigkeit kontrolliert – vom Aufschlag bis zum letzten Schritt zur offenen Seite.

Next-gen-liste wird von einem spanier dominiert
Während Sinner die Königsdisziplin beherrscht, schreibt ein 18-jähriger Madrilener die Next-Gen-Geschichte neu. Rafa Jódar startete vor zwölf Monaten auf Rang 686, heute ist er die Nummer eins der 2006er-Kohorte mit 1.169 Punkten. Ein Sprung von 657 Positionen – das ist keine Progression, das ist ein Katapult.
Der Leganés-Bomber, so nennen ihn seine Landsleute, hat in Rom eben den Amerikaner Learner Tien ausgeschaltet und steht im Viertelfinale. 33 Siege hat er in dieser Saison geholt, exakt so viele wie Sinner. Der Unterschied: Jódar spielt noch auf der ITF/ATP-Hybridstrecke, während der Weltklassespieler die großen Arenen besetzt.
Die Jagd auf die Führung geht weiter. Heute trifft Jódar auf Luciano Darderi. Gewinnt er, überholt er Sinner in der internen Siegestabelle – ein Mutmensch, der mit dem Ball fliegt.
Hinter Jódar lauern Joao Fonseca (1.011 Punkte) und Martín Landaluce (892). Beide sind 2006er, beide haben dieselbe Mission: den Jungen aus der Madriler Vorstadt einzuholen. Fonseca bringt die brasilianische Power, Landaluce die spanische Schule. Doch im Moment zählt nur ein Name – und der gehört dem Jungen, der vor einem Jahr noch College-Tennis in Virginia spielte und heute die neue Generation tauft.
Sinner selbst beobachtet die Entwicklung mit nüchterner Neugier. „Sie sind extrem stark, alle zusammen“, sagt er über die 2006er-Klasse. „Eine neue Welle mit viel Speed und keiner Angst.“ Die Aussage klingt wie ein Lehrmeister, der weiß, dass die nächste Herausforderung schon auf dem Sprung steht.
Die Zahlen sind eindeutig: Sinner führt das jetzt, Jódar das danach. Zwischen beiden liegen 12.731 Punkte und ein Abgrund an Erfahrung. Aber wer in zwölf Monaten fast 700 Plätze gutmacht, glaubt nicht an Abgründe – sondern an Startschüsze. Rom ist nur Zwischenstation. Die richtige Explosion kommt noch.
