Sinner rastet komplett aus: sunshine double ohne satzverlust
Jannik Sinner hat die Tenniswelt wieder einmal in den Wahnsinn getrieben. 6:4, 6:4 gegen Jiri Lehecka – das klingt nach Routine, war aber die Krönung eines Monats, in dem der Südtiroler die ATP in einen Albtraum verwandelte. Indian Wells und Miami in Serie – das schaffte zuletzt 2017 selbst Roger Federer. Der Unterschied: Federer kassierte damals noch Sätze. Sinner spielte beide Turniere ohne Satzverlust, 34 Sätze in Folge, ein neuer Rekord.
Der regen wurde zum bühnenbild
Florida hatte sich für sein eigenes Drama entschieden. Erst eine Stunde Verzögerung vor dem ersten Aufschlag, dann erneut eine Unterbrechung bei 1:1 im zweiten Satz. Die meisten Spieler wären ins Wanken geraten. Sinner nutzte die Zwangspause, um sich mit einem Handtuch das Gesicht abzutupfen – und kam zurück, als hätte er nur einen Kaffee geholt. Lehecka, erstmalig in einem Masters-Finale, wirkte wie jemand, der merkt, dass die Party plötzlich auf dem Dach des Weltalls stattfindet.
Die Zahlen sind schon jetzt absurd: Sinner hat sieben Matches in Serie gegen Alexander Zverev gewonnen, viermal das Miami-Finale erreicht und dabei 9,4 Millionen Dollar Preisgeld allein in diesem März kassiert. Die Dopingsperde letztes Jahr? Ein Footnote in einer Karriere, die sich neu erfindet, sobald man denkt, sie hätte ihr Tempo gefunden.

Der blick geht nach roland garros
Miami ist kein Endpunkt, sondern eine Ansage. Wer 34 Sätze am Stück nimmt, der redet nicht mehr über Form, sondern über verdammte Dominanz. Die Clay-Court-Saison beginnt in zwei Wochen. Die Frage ist nicht, ob Sinner dort mithalten kann. Die Frage ist, wer ihn stoppen soll. Die Antwort lautet: vorerst niemand.
