Simpson-pusey fliegt zwei spiele raus – fc muss auf leihmann verzichten
Der FC muss zwei Wochen lang auf Jahmai Simpson-Pusey verzichten. Das DFB-Sportgericht verhängte am Montag eine Zwei-Spiel-Sperre gegen den 20-Jährigen, der beim 1:2 gegen Borussia Dortmund mit offener Sohle auf Maximilian Beiers Achillessehne trat und in der 43. Minute des Feldes verwiesen wurde.
Er trifft es hart.
Simpson-Pusey, bis Sommer von Manchester City an den Rhein ausgeliehen, verpasst damit die Auswärtspartie beim Hamburger SV am Samstag (18.30 Uhr) sowie das rheinische Derby am 21. März gegen Borussia Mönchengladbach. Erst nach der Länderspielpause darf Trainer Lukas Kwasniok den Innenverteidiger wieder einsetzen – am 5. April in Frankfurt.
Trippel tobte über siebert-einsatz
Die Szene hatte für heftige Emotionen gesorgt. Schiedsrichter Daniel Siebert hatte zunächst nur Gelb gezeigt, revidierte nach Videobeweis und Monitor-Blick auf Rot. Kölns Stadionsprecher Michael Trippel liebte sich dazu hinreißen, laut durchs Mikro: „Pfui, widerlich“ zu rufen – ein Kommentar, der den Ton im Stadion aufschaukelte. Später legte Trippel nach, als Siebert nach einem Handspiel von Dortmunds Yan Couto auf Elfmeter verzichtete: „Ich werde Ärger kriegen, aber ich sage es: In der Nachspielzeit gab es ein klares Handspiel eines Dortmunders, und das guckt sich noch nicht mal einer an!“
Simpson-Pusey war in dieser Saison in sechs Bundesligaspielen zum Einsatz gekommen, fünfmal von Anfang an. Sein Tempo und seine Ballsicherheit hatten Kwasniocz’ defensive Umschaltspiel stabilisiert. Nun muss der FC in der Abstiegszone improvisieren: Timo Hübers und Jeff Chabot bilden vorerst das Innenverteidiger-Duo, wobei Hübers nach Adduktorenproblemen zuletzt nur ein Trainingssoll absolvierte.
Die Sperre kommt zur Unzeit. Der FC hat auswärts nur zwei Punkte geholt, kassierte in den letzten fünf Spielen zwölf Gegentore. Ohne den agilen Leihspieler droht die Lücke zur sicheren Zone wieder zu wachsen. Die nächsten beiden Gegner nutzen jeden Fehler gnadenlos: HSV-Stürmer Robert Glatzel traf in den letzten drei Heimspielen viermal, Mönchengladbachs Neu-Coach Gerardo Seoane setzt auf frühes Gegenpressing.

City-zukunft bleibt offen
Peps Guardiola hatte Simpson-Pusey im Winter für Spielpraxis nach Köln geschickt. Intern hieß es, der Engländer solle sich für eine Rückkehr in den Kader der Citizens empfehlen. Doch mit nur 450 Bundesliga-Minuten und einer Roten Karte wird die Bilanz schmaler, als geplant. Der FC hofft dennoch auf eine Verlängerung der Leihe, sollte der Klassenerhalt gelingen – ein Thema, das Sportboss Christian Keller erst nach den nächsten beiden Spielen anstoßen will.
Für Simpson-Pusey heißt es nun: Lauftraining, Videoanalyse, Frustbewältigung. Die beiden Spiele Sperre sind ein Dämpfer, aber kein Karriereknick. Wenn er Anfang April zurückkommt, muss er liefern. Dann geht es um alles – und die Rote Karte ist nur noch eine Fußnote in einem möglicherweise legendären Rettungslauf.
