Simic ist zurück: montenegros torwart-revolution startet gegen finnland

Nebojsa Simic steht wieder zwischen den Pfosten – und das genau zur richtigen Zeit. Nach 14 Monaten Pause meldet sich Montenegros ehemaliger Nummer-eins-Keeper zurück, um im WM-Quali-Duell gegen Finnland den nächsten Handball-Coup zu wagen.

Die Nachricht kam am Montagmorgen per Pressemitteilung des Handballverbandes: Der 31-jährige Schlussmann von MT Melsungen wurde in den 18-Mann-Kader berufen – gemeinsam mit seinem Kollegen Nikola Matovic, der ebenfalls eine lange Leidenspause hinter sich hat. Für Simic ist es der erste Einsatz im Nationalteam seit dem Kreuzbandriss im März 2023. „Ich bin bereit“, sagte er kurz und knapp – und das klang nicht wie Standard, sondern wie eine Drohung.

Didier dinarts neue ordnung

Nationaltrainer Didier Dinart nutzt die Doppelbegegnung gegen Finnland (19. März in Vantaa, 22. März in Podgorica) als ersten Test nach dem EM-Debakel. Montenegro schied in der Vorrunde aus, unterlag gegen Tschechien und die Niederlande – und verpasste damit die Hauptrunde klar. Nun folgt der radikale Schnitt: nur zwölf Spieler aus dem EM-Kader sind dabei, dafür frisches Blut. Emir Dulovic von Buducnost ist der einzige Debütant, aber nicht der einzige Überraschungsgast.

Die Abwesenheiten sind allerdings laut: Vuko Borozan (Schulter-OP), Stevan Vujovic (Adduktorenprobleme) und vor allem Mirko Radovic – der langjährige Kapitän hat seine Karriere in der Nationalmannschaft beendet. „Das ist kein Ende, das ist ein Neuanfang“, sagte Dinart nach der Nominierung. Der Franzose will offensichtlich Tempo und Risiko – und setzt dabei auf Simic, der in der Bundesliga mit 34,2 % gehaltenen Würfen zu den besten Keepern der Liga zählt.

Finnland als schwieriges sprungbrett

Finnland als schwieriges sprungbrett

Die Bilanz gegen Finnland spricht für Montenegro: Beide Quali-Spiele 2025 gingen an die Montenegriner – 29:28 und 33:28. Doch das war ein anderes Team, mit anderen Gesichtern. Nun steht ein erneuter Doppelpack an, mit dem Ziel Playoff-Platz – und dort wartet dann Slowenien. „Wir wissen, dass wir uns steigern müssen“, sagt Rückraumspieler Stefan Cavor, der bei HSG Wetzlar spielt. „Aber wir haben auch gesehen, was möglich ist, wenn wir als Einheit auftreten.“

Die Partie in Vantaa wird zudem ein Echo-Spiel: Im letzten Duell dort gingen die Montenegriner als klarer Favorit, mussten aber bis zur letzten Minute zittern. Nun steht mit Simic erstmals ein erfahrener Rückhalt zur Verfügung – und genau darauf baut Dinart seine neue Defensivstruktur auf.

Montenegro spielt nicht nur um das Ticket zur WM 2027. Es geht um neue Identität, um das Gesicht eines Teams, das sich nach Jahren des Mittelmaßes neu erfinden will. Simic ist dabei nicht nur Name auf dem Papier – er ist Symbolfigur. Und wenn er am 19. März in Vantaa die ersten Paraden zeigt, wird sich zeigen, ob diese Wiederkehr mehr ist als nur ein Comeback.