Siebert im rampenlicht: schiedsrichterleistung spaltet arsenal
Budapest bebte gestern Abend nicht nur dem Champions-League-Finale, sondern auch der umstrittenen Leistung von Daniel Siebert. Der deutsche Unparteiische erntete nach dem packenden 4:3-Sieg von Paris Saint-Germain über Arsenal sowohl Lob als auch leise Kritik, wobei die Reaktionen aus London naturgemäß verhaltener ausfielen.
Kinhöfers lob und kirchers stolz
Nach dem Abpfiff überschüttete es Siebert mit Anerkennung. Torsten Kinhöfer, ehemaliger Schiedsrichter, lobte seine Leistung im ZDF überschwänglich und nannte sie „Werbung für das deutsche Schiedsrichterwesen“. Auch Knut Kircher, Chef der Schiedsrichter des DFB, äußerte sich stolz auf die Leistung seiner Kollegen und betonte die „sehr fokussierte und geradlinige Spielleitung mit klarster Linie“.
Doch der Blick nach London offenbarte ein anderes Bild. Die Gunners, die ihrem ersten Triumph in der Königsklasse nur knapp entkommen sind, kämpften sichtlich mit den Entscheidungen Sieberts. Während harsche Kritik von den Beteiligten ausblieb, brodelte es hinter den Kulissen.

Der madueke-rückblick: ein elfmeter, der die gemüter erregte
Der Knackpunkt der Diskussion lag in der 102. Minute. Im Strafraum von Arsenal war Noni Madueke in einem Zweikampf mit Nuno Mendes zu Boden gegangen – ein Moment, der die Londoner Anhänger zur Weißglut trieb. Siebert entschied jedoch auf weiterspielen und zeigte sowohl Declan Rice als auch Teammanager Mikel Arteta die gelbe Karte für ihre lautstarken Proteste. Die Szene sorgte für hitzige Debatten.
Arteta äußerte sich zunächst frustriert: „Ich habe mir in den letzten 72 Stunden alle Elfmeter in diesem Wettbewerb angesehen, um zu verstehen, was ein Elfmeter ist und was nicht, und das könnte leicht ein Elfmeter gewesen sein.“ Doch er räumte später ein: „Es war offensichtlich nicht eindeutig genug, um einen Elfmeter zu geben. Ich dachte, es wäre einer, und unsere Bank und unsere Spieler dachten das auch.“
Selbst der englische Ex-Schiri Graham Scott, der die Situation analysierte, stimmte Sieberts Einschätzung zu und betonte, dass die Video-Assistenten Bastian Dankert und Robert Schröder ebenfalls keinen Eingriff rechtfertigen würden. „Es ist einfach kein offensichtlicher Fehler“, erklärte Scott im Portal The Athletic.
Die Entscheidung, keinen Elfmeter zu geben, wird wohl noch lange nachhallen und die Diskussionen über die Rolle der Schiedsrichter im modernen Fußball weiter anheizen.
Daniel Siebert kann indes vorerst zufrieden sein. Zwar verpasste er den Sprung zur WM in die USA, Mexiko und Kanada im Gegensatz zu Felix Zwayer, doch seine Leistung im Champions-League-Finale hat gezeigt, dass er zu den besten Unparteiischen Europas gehört. Eine Tatsache, die auch im Fußballgeschäft hoch bewertet wird.
