Shiffrin und odermatt: das erfolgsgeheimnis? "wir erklären es selbst nicht!"
Die Welt des Skialpins steht Kopf – und das nicht nur wegen der atemberaubenden Leistungen von Mikaela Shiffrin und Marco Odermatt. Die beiden dominierenden Kräfte der aktuellen Saison stehen vor einem Rätsel: Was macht ihren Erfolg wirklich aus? Im exklusiven Podcast "Alpine Pulse" der FIS suchten sie gemeinsam mit Moderator Nick Fellows nach einer Antwort – und fanden überraschenderweise keine.

Die mentale stärke als schlüssel zum sieg
Elf Gesamtweltcup-Siege, elf Weltmeistertitel und 164 Siege in Weltcuprennen – die Bilanz von Shiffrin und Odermatt liest sich wie aus einem Lehrbuch. Doch wenn es darum geht, das Erfolgsrezept zu benennen, stoßen selbst die Top-Athleten an ihre Grenzen. "Wenn nicht einmal wir es erklären können, wie soll das jemand anderes schaffen?", fragte Odermatt rhetorisch. Die Antwort liegt offenbar tief in der mentalen Stärke, der Fähigkeit, sich selbst unter Druck zu fokussieren und Höchstleistungen abzurufen.
Shiffrin stimmte zu: "Es ist unglaublich, wie man unter schwierigen Bedingungen fokussiert bleiben kann. Aber es gibt keinen einzelnen Faktor, der alle Top-Athleten verbindet." Ein Blick auf Odermatt offenbart ein Phänomen: Er ist nicht immer der Schnellste im Training, aber im Rennen ist er regelmäßig dabei, die Nase vorn zu haben. "Da war ich bei Olympia am meisten angepisst", gestand er offen. Die Erwartungen des Publikums und die daraus resultierende Drucksituation sind für beide Athleten allgegenwärtig – und eine zusätzliche Herausforderung.
Odermatt, der seine außergewöhnliche psychische Stärke stets unter Beweis gestellt hat, offenbarte, dass sein einziger Traum als Kind nicht Goldmedaillen, sondern die Teilnahme am Rennen in Adelboden war. "Ich habe so viel Druck gespürt, dass ich auf dem Weg zum Start beider Läufe im Sessellift geweint habe", schilderte er seine Emotionen.
Shiffrin, die bei den Olympischen Spielen in Cortina ihre Paradedisziplin, den Slalom, gewann, erinnerte sich an den enormen Druck, der auf ihren Schultern lastete. "Ich stand im Starthaus des zweiten Laufs und konnte mein Team und meine Familie hinter mir spüren." Ein Moment, der sie trotz aller Sorgen und Befürchtungen letztendlich zum Triumph führte.
Die Streif – Odermatts ultimatives Ziel
Und dann die Streif: "Wie wichtig ist Kitzbühel in deinem Kopf?", fragte Shiffrin ihren Kollegen. Die Antwort kam prompt: "Das ist das letzte große Ziel in meiner Karriere." Odermatt hat dort bereits zweimal den Super-G für sich entschieden – ein Beweis für seine außergewöhnliche Fähigkeit, auch unter immensem Druck zu performen. Die Schweizer Fans fiebern mit, selbst wenn er mal nicht ganz so schnell ist, denn "wenn ich mal ausscheide, gewinnt einfach der Franjo."
Letztlich geht es darum, das Buch immer wieder neu zu schreiben, wie Shiffrin betont. Denn jeder Wettkampf ist eine neue Herausforderung, ein neuer Anfang. Und das ist es, was den Sport so faszinierend macht.
