Shiffrin enthüllt: 109 siege, ein klopapier-fauxpas und warum sie trump fürchtet
Mit 109 Weltcupsiegen auf dem Buckel plaudert Mikaela Shiffrin Klopapier am Schuh und Angst vor der Zukunft. Die 31-Jährige gibt dem Blick ein Dossier, das zeigt: Hinter der Rekordmaschine schlägt ein Herz aus Carbonara und Vogelgezwitscher.
Von rhabarbersträuchern und toilettenpapier-pannen
Die US-amerikanische Skifahrerin lacht, als sie zugibt: „Ich bin schon mit Klopapier am Schuh herumgelaufen.“ Ein Detail, das sie greifbar macht, während ihre Konkurrentinnen noch auf der Piste nachhaltiger sind. Ihre Lieblingswörter auf Norwegisch? „Rabarbrabusk“ – ein Wink an Verlobten Aleksander Kilde, der ihr offenbar mehr beigebracht hat als nur Vokabeln. Drei Worte für ihn: „Nett, hübsch, schlau.“
Doch hinter der Lockerheit brodelt es. Shiffrin klagt über fehlende Stabilität in der Welt und nennt Donald Trump indirekt mitverantwortlich. „Ich hoffe, dass unsere Welt bald stabiler wird“, sagt sie und schiebt hinterher, dass Geld in den USA über Leben und Tod entscheide: „Wer nicht genug hat, hat keinen Zugang zum Gesundheitswesen.“

Struktur als lebenselixier
Neun Stunden Schlaf, eine Stunde Nickerchen, keine Schnecken auf dem Teller. Shiffrins Alltag ist ein Excel-Sheet aus Selbstdisziplin. Fondue erlaubt sie sich zweimal im Jahr – „danach brauche ich einen Monat Erholung“. Tennis spielt sie „ganz ordentlich“, Bowling verweigert sie konsequent: „Ich mache nicht gern Dinge, in denen ich schlecht bin.“
Ihr Vater hinterließ ihr ein Mantra: „Sei nett, denke zuerst, hab Spaß.“ Ein Satz, der klingt, als hätte er’s selbst nie gebraucht, um 109 Mal zu gewinnen. Shiffrin selbst will ihr Vermächtnis nicht benennen: „Mit 30 kann ich das nicht beantworten – vielleicht mit 80.“

Die angst vor der eigenen geschichte
Einzige Schwäche: Geschichte. „In der Schule war ich gut, aber es interessierte mich nicht. Heute tut es mir leid, denn Geschichte ist extrem wichtig, um die heutige Welt zu verstehen.“ Ein Satz, der wie ein Seitenhieb auf ihre eigene Unverbindlichkeit klingt. Denn wer 109 Mal gewinnt, schreibt selbst Geschichte – nur scheint sie das nicht zu lesen.
In zehn Jahren will sie „mehr Zeit zu Hause“ und vielleicht Kinder. Bis dahin bleibt sie die Ausnahmeerscheinung, die selbst beim Spaghetti-Essen noch Rekorde bricht. Und wenn sie weint? „Schöne und traurige Momente. Alles, was mich inspiriert – oder meine Vergangenheit.“ Die Vergangenheit ist eben doch kein Excel-Sheet.
