Sheffield klammert sich um snooker-krone – wm bleibt bis 2045 im crucible

Das Crucible Theatre behält den Thron. World Snooker Tour und Stadtrat Sheffield haben gerade eine 18-Jahres-Verlängerung durchgedrückt, die die WM mindestens bis 2045 in South Yorkshire bindet. Der bisherige Pakt läuft 2027 aus, doch statt eines Exodus setzt die Stadt auf Nachrüstung statt Neubau.

Ab 2028 bekommt das kult-theater 500 neue plätze

Ab 2028 bekommt das kult-theater 500 neue plätze

Die Modernisierung beginnt nach der WM 2028. Für eine Ausgabe wird das Turnier ins britische Exil gehen, danach kehrt es in ein umgebautes Crucible zurück – Kapazität dann rund 1.480 Zuschauer. Wer die Atmosphäre kennt, weiß: Jeder zusätzliche Sessel klingt wie ein Freudentriller, wenn die Bälle klirren.

Die Verhandlungen waren alles andere ein Selbstläufer. Promoter Barry Hearn, seit fünf Jahrzehnten auf globalen Sportbühnen unterwegs, hatte Saudi-Arabien und China als Druckmittel ins Spiel gebracht. Auch Ronnie O’Sullivan schwelgte in Fernweh-Kalkülen. Sheffield konterte mit Zahlen: Der jährliche Wirtschaftsfaktor liegt bei über 10 Millionen Pfund, Hotels, Pubs und Taxis leben vom April-Tornado.

Die Option bis 2050 bleibt offen. Für die Spieler ist das kein Nebensatz. Der 17-Tage-Marathon im 980-Sitzer ist ein Spießrutenlauf: Hitze, Nähe, Geräusche aus dem Rang. Genau das macht die Aura aus, die kein Hangar-Kongresszentrum der Welt ersetzt.

Am 18. April beginnt die 49. WM im Crucible, am 4. Mai wird ein neuer Champion im grünen Tiefschlaf gekürt. Wer dann den Pokal stemmt, darf sich an derselben Stelle auf 2045 freuen – oder noch länger. Sheffield hat gewonnen, ohne einen einzigen Frame zu spielen.