Sensationssieg! bergischer hc demütigt pokalfavoriten magdeburg!
Die Lanxess Arena bebte – und zwar nicht vor Jubel, sondern vor blankem Entsetzen. Der SC Magdeburg, Bundesliga-Spitzenreiter und vor dem Pokalhalbfinale als strahlender Titelkandidat gehandelt, ist am Sonntagabend sensationell am Bergischen HC gescheitert. Nach einem dramatischen Verlauf und schließlich einem nervenzerreißenden Siebenmeterwerfen (30:31) müssen die Elbestädter die Segel streichen – eine Niederlage, die die Handball-Szene nachhaltig überrascht hat.

Die zweikämpfe waren der schlüssel zum erfolg für den bhc
Was für ein David-gegen-Goliath-Spiel! Der vermeintliche Riese Magdeburg wirkte an diesem Abend merklich eingeschränkt. Die Spieler des Bergischen HC, angeführt von einer beeindruckenden Teamleistung und einem unbändigen Siegeswillen, ließen sich nicht einschüchtern. Besonders in den direkten Zweikämpfen stellten sie die Magdeburger auf Trab. „Wir haben versucht, dagegenzuhalten“, kommentierte SCM-Trainer Bennet Wiegert bedauernd. „Unsere Wurfquote war einfach zu schlecht, um als Sieger vom Platz zu gehen.“
Nach 60 Minuten regulärer Spielzeit stand es noch unentschieden (22:22). Die anschließende Verlängerung brachte keine Entscheidung (27:27). Entscheidend wurde es erst im Penaltyschießen, wo der BHC mit 4:3 die Nase vorn hatte. Ein Nagellöser für den SCM, der mit seiner Favoritenrolle in der Tasche stehen blieb.
Lukas Mertens, der Linksaußen des SCM, ließ seiner Enttäuschung freien Lauf: „Man kann diese Favoritenrolle bei einem solchen Turnier wegschmeißen. Wir haben die Zweikämpfe nicht richtig gewonnen und auch unser Angriff war nicht in Ordnung.“ Die Strafwürfe waren, wie Wiegert anmerkte, schon die ganze Saison über ein Thema: „Jetzt fällt es das erste Mal so richtig ins Gewicht.“ Vier vergebene Siebenmeter in der regulären Spielzeit und drei im direkten Vergleich – das ist eine Bürde, die sich kein Team erlauben kann.
Felix Claar konnte mit acht Treffern für Magdeburg zwar überzeugen, doch die restliche Mannschaft fand nicht in Tritt. „Viele Spieler hatten Probleme, den direkten Zweikampf zu gewinnen, was relativ untypisch für uns ist“, so Wiegert. Die ausverkauzte Lanxess-Arena feierte den Außenseiter aus NRW – ein Faktor, den der Magdeburger Coach zwar anerkannte, aber nicht als Ausrede anführte: „Wir lieben diese Atmosphäre und die großen Arenen. Das ist normalerweise nicht unser Problem.“
Die Niederlage hinterlässt tiefe Wunden in Magdeburg. „Das tut unheimlich weh, wie es in der Kabine gerade aussieht – das ist ein Trümmerhaufen“, gestand Wiegert. Dennoch blickt der Trainer bereits nach vorne: „Wir werden das Spiel um Platz drei gegen den TBV Lemgo-Lippe genauso intensiv angehen. Wir wollen das gewinnen. Ich sehe uns da in der absoluten Verantwortung.“
Denn die Enttäuschung ist groß – nicht nur bei den Spielern, sondern auch bei den Fans, die den Weg nach Köln gefunden hatten. „Das tut mir sogar fast mehr weh als für die Mannschaft. In diese traurigen Gesichter zu sehen, zerbricht mir das Herz“, so Wiegert. Der Bergische HC hat nicht nur ein Handballspiel gewonnen, sondern ein Statement gesetzt: Manchmal reicht Leidenschaft und unbedingter Wille aus, um den vermeintlich unschlagbaren Gegner zu bezwingen. Und das, ohne auf Glück angewiesen zu sein.
