Selenskyj kritisiert ioc scharf nach disqualifikation ukrainischen skeleton-fahrers
- Kontroverse bei den winterspielen: selenskyj unterstützt heraskewytsch
- "Mut ist mehr wert als medaillen"
- Ioc beruft sich auf die olympische charta
- Selenskyj: sport darf nicht zum vergessen führen
- Russlands verhalten und die teilnahme russischer athleten
- Russische aggression seit 2008
- Die teilnahme russen unter neutraler flagge
Kontroverse bei den winterspielen: selenskyj unterstützt heraskewytsch
Wolodymyr Selenskyj, der ukrainische Staatspräsident, hat sich eindringlich hinter Wladyslaw Heraskewytsch gestellt, den Skeleton-Fahrer, der bei den aktuellen Winterspielen disqualifiziert wurde. Der Grund: Heraskewytsch trug einen Helm, der mit den Porträts gefallener ukrainischer Sportler verziert war. Selenskyj lobte Heraskewytsch für seine "klare Haltung" und kritisierte gleichzeitig das Internationale Olympische Komitee (IOC) scharf.

"Mut ist mehr wert als medaillen"
"Wir sind stolz auf Wladyslaw und seine Tat. Mut zu haben, ist mehr wert, als Medaillen zu gewinnen", schrieb Selenskyj auf der Plattform X. Er betonte, dass der Helm eine Geste des Respekts und der Erinnerung an die Opfer des russischen Angriffskriegs sei. "Er erinnert die ganze Welt daran, was russische Aggression bedeutet und welchen Preis der Kampf um Unabhängigkeit hat. Und dabei wird kein einziges Regelwerk verletzt.", so Selenskyj weiter.

Ioc beruft sich auf die olympische charta
Das IOC hatte die Disqualifikation mit Verweis auf die Olympische Charta begründet, die politische Äußerungen während der Wettkämpfe untersagt. Insbesondere soll die Regel, die Äußerungen "auf dem Spielfeld" verbietet, verletzt worden sein. Diese Entscheidung stieß auf breite Kritik, insbesondere aus der Ukraine.
Selenskyj: sport darf nicht zum vergessen führen
Selenskyj argumentierte, dass Sport nicht dazu dienen dürfe, zu vergessen, was geschieht. Er forderte die olympische Bewegung auf, zur Beendigung von Kriegen beizutragen, anstatt den Aggressor zu unterstützen. "Leider spricht die Entscheidung des IOC eine andere Sprache", kritisierte er. Die Entscheidung habe "nichts mit den Prinzipien des Olympismus zu tun, die auf Gerechtigkeit und Friedensförderung basieren".
Russlands verhalten und die teilnahme russischer athleten
Zudem verwies Selenskyj auf das Verhalten Russlands gegenüber dem "Olympischen Frieden" und die Teilnahme russischer Sportler unter neutraler Flagge. Er betonte, dass viele dieser Athleten im Alltag die russische Aggression gegen die Ukraine öffentlich unterstützen. "Genau sie verdienen es, disqualifiziert zu werden", forderte Selenskyj.
Russische aggression seit 2008
Selenskyj erinnerte an die wiederholten Verletzungen der olympischen Prinzipien durch Russland in der Vergangenheit. Er nannte den Krieg gegen Georgien im Jahr 2008, die Besetzung der Krim im Jahr 2014 und die groß angelegte Invasion in der Ukraine im Jahr 2022. Auch während der aktuellen Olympischen Winterspiele setze Russland seine Raketen- und Drohnenangriffe auf die ukrainische Energieversorgung und Bevölkerung fort, trotz zahlreicher Aufrufe zu einem Waffenstillstand.
Die teilnahme russen unter neutraler flagge
Die Teilnahme von 13 russischen Athleten unter neutraler Flagge, während sie gleichzeitig die Aggression gegen die Ukraine unterstützen, wird von Selenskyj als inakzeptabel kritisiert. Er sieht darin einen Widerspruch zu den Werten des Olympismus und fordert eine konsequente Haltung des IOC gegenüber Russland.
