Seixas blutet, siegt und fordert pogacar: „jetzt kommt lüttich“

Paul Seixas trug beim Wallonischen Pfeil nicht nur das Trikot, sondern auch die Wunde des Tages. Blut tropfte aus einem aufgerissenen Ellenbogen, als der 19-jährige Franzose die Mauer von Huy hinaufraste und mit einem einzigen Sprint die Ardennen in Aufruhr versetzte. Kein Sturz, keine Panne – nur eine alte Narbe, die unter dem Druck des Pelotons wieder aufbrach.

Die mauer war sein sprungbrett

600 Meter vor dem Ziel löste Seixas sich aus dem Tross, ließ Mauro Schmid und Ben Tulett stehen und jubelte als jüngster Sieger der Geschichte des Rennens. Die Kameras fokussierten sofort die rote Spur an seinem Arm. Spekulationen über einen heimlichen Sturz schossen ins Netz. Doch der Neue selbst lachte nur: „Ich bin nicht gestürzt. Die Jungs kamen zu dicht, ein Ellbogen kratzte – fertig.“

Die Szene ist Programm. Seit Monaten redet das französische U23-Lager von einem Jahrhunderttalent, das nicht nur tritt, sondern auch schluckt. Die Zahlen sprechen klar: 5,1 W/kg auf der letzten Anstiegsminute, 22 Sekunden Vorsprung auf die Verfolger, 19 Jahre alt.

Am sonntag trifft er auf pogacar

Am sonntag trifft er auf pogacar

Die nächste Lebensversicherung wartet bereits. In Lüttich-Bastogne-Lüttich will Seixas mit Tadej Pogacar und Remco Evenepoel die 260 Kilometer durch die Wallonie rudern. „Vielleicht kann ich in seiner Nähe bleiben“, sagt er und meint den Slowenen, der die Ardennen seit drei Jahren dominiert. Es klingt wie ein Schuljunge, der den Klassenbesten zum Duell fordert – nur dass der Junge bereits weiß, wie man blutet und gewinnt.

Die alte Wunde ist verbindet, nicht behindert. Und die Ardennen haben einen neuen Helden, der nicht einmal einen Sturz braucht, um die Herzen zu treffen.