Seefeld statt strafraum: hoffenheim verschiebt den saisonstart auf die zugspitze

Die TSG Hoffenheim jagt nicht nur Bälle, sondern auch Höhenmeter. Während die Liga noch in der Sommerpause döst, plant Pellegrino Matarazzo seinen Höhenmarathon in Tirol – und verlegt das komplette Trainingslager auf 1.200 Meter in Seefeld. Kein Zufall: Dort soll der neue Turbo für die erste Vollsaison nach dem Kramarić-Abgang installiert werden.

Der plan: vier testspiele, null garantien

Vier Gegner, vier Stufen der Härte. Den Auftakt macht der SGV Freiberg am 18. Juli – ein Regionalligist, der letztes Jahr die Bayern-Amateure ausschalten konnte. Zwei Tage später folgt der SV Massenbachhausen, ein Dorfklub mit einem Kunstrasen, der im Winter besser gepflegt wird als mancher Bundesliga-Rasen. Dann wird's ernst: Greuther Fürth bringt die Zweitliga-Realität, Karlsruher SC den Abstiegskampf-Feeling.

Die Rechnung dahinter ist simpel. „Wir wollen Druck simulieren, bevor er da ist“, sagte Co-Trainer Frank Fröhling nach dem Abschlusstraining in Zürich. Gemeint ist der Druck, nach drei Jahren ohne Europacup endlich wieder international spielen zu müssen. Die Testspiele sollen lauten, nicht lächeln.

Transfer-stau trotz 40-millionen-plus

Transfer-stau trotz 40-millionen-plus

Die Wechselbörse brodelt. Sportvorstand Markus Krösche hatte ein 40-Millionen-Angebot aus Mailand auf dem Tisch – und trotzdem unterschrieb er bei Eintracht Frankfurt. Die Konsequenz: Hoffenheim sucht weiter nach einem Sechser, der Anton Stach ersetzen kann. Die Deadline tickt, der Flug nach Seefeld auch.

Der Kader ist dünn. Nur 17 Feldspieler meldete Matarazzo zuletzt fit. Ein Sommer mit Geheimnissen. In Seefeld wird jeder Meter, jeder Sprint, jeder Schuss gezählt. Die TSG will nicht nur die Lunge auf Höhe bringen, sondern auch den Kopf.

Am 12. Juli ertönt das Startsignal. Dann geht's nicht nur um Muskeln, sondern um die Frage, ob Hoffenheim zurück in die Spur findet – oder erneut den Anschluss verliert.