Scl tigers zünden frühstart: testspiel-marathon schon ab 12. august

Langnau i.E. schläft nicht. Während die Playoff-Giganten noch um den Meistertitel rangeln, hat der Staff der SCL Tigers die Sommerschlaf-Taste gelöscht. Am 12. August geht’s los – mit sieben Testspielen in 47 Tagen und dem Druck, die letzte Saison sofort zu vergessen.

Der plan: kondition, kante, kasse

Thierry Paterlini will seine Mannschaft nicht einfach fitmachen, er will sie hämmern. Das Programm liest sich wie ein Reisebericht des Schweizer Eishockey-Geographs: Chur, Bern, Ambri, Lugano – alles Gegner, die entweder körperlich oder emotional wehtun. Der Knackpunkt: Innerhalb von 24 Stunden am 27. und 28. August wartet der Süden mit Ambri und Lugano. Ein Belastungstest, der schon vor der ersten Ligapuck-Abseits fragt, wer die Durchhalteparole verinnerlicht hat.

Die Fans bekommen beim Tiger-Tag am 29. August die Rechnung präsentiert: wer sich bis dahin nicht in Schuss gebracht hat, wird im Stegacker-Publikum bloßgestellt. Denn dort steigt die offizielle Teampräsentation – mit Neuzugang Emil Pettersson als Schweden-Import, der die Lücke nach dem desolaten Powerplay der Vorsaison stopfen soll.

Bern-duell als gradmesser

Bern-duell als gradmesser

Am 20. August kreuzen sich die Klingen mit dem SC Bern. Testspiel hin oder her – in der Emmental-Arena zählt nur, ob Leonardo Genoni oder ein anderer Torhüter im Bärenkäfig die erste Runde gegen Simon Aeschlimann gewinnt. Letzterer hatte in den Playoffs gegen Berra die Nase vorn, doch der Torwart-Thron ist kein Dauerparkticket. Paterlini will klare Hierarchien, keine netten Duette.

Die Rechnung dahinter ist simple: Wer gegen die Berner mithalten kann, überlebt auch die NL-Intensität im Oktober. Wer nicht, landet wieder im Mittelfeld und darf im Frühjahr zittern.

Die botschaft hinter den kilometern

Die botschaft hinter den kilometern

Die Tigers verzichten auf Freundschaftsspiel-Tourismus. Jedes der sieben Spiele hat eine Aufgabe: Chur soll die Beine wecken, Bern die Psyche schärfen, Ambri/Lugano die Reisebelastung simulieren, Kloten schließlich die System-Disziplin zementieren. Dazwischen liegt ein Mikrozyklus mit zwei Doppelbelastungstagen – genug, um schon im August die erste Eiswelle der Saison zu erzeugen.

Die Liga startet erst im September. Doch Langnau tickt schon jetzt im Playoff-Modus. Die Schlittschuhe sind zwar noch im Schrank – die Uhr auf dem Eis aber schon gestartet.