Schwimmen als medizin: italienische studie enthüllt überraschende erkenntnisse
Rom – Die Medizin des Sports erlebt einen Paradigmenwechsel. Laut neuesten Erkenntnissen italienischer Forscher kann Schwimmen nicht nur zur Leistungssteigerung dienen, sondern auch als eine Art „verschreibbare Medizin“ eingesetzt werden, um die Lebensqualität und Lebenserwartung zu verbessern. Das wurde auf dem 38. nationalen Kongress der Federazione Italiana Medico Sportiva (FMSI) deutlich.

Die „preskription der aktivität“: mehr als nur fitness
Die Debatte um die „Preskription der Aktivität“ stand im Zentrum des Kongresses, insbesondere im Hinblick auf die Begriffe „Healthspan“ und „Lifespan“ – also die Zeit, die wir gesund und aktiv leben, und die Gesamtlebenserwartung. Professor Marco Bonifazi, assoziierter Physiologe an der Universität Siena und technischer Koordinator der Federazione Italiana Nuoto, betonte, dass körperliche Aktivität, insbesondere das Schwimmen, ein wirksames Mittel gegen chronische, nicht übertragbare Krankheiten wie Übergewicht und Diabetes darstellt. Die FMSI hat die wissenschaftliche Grundlage für diese Ansätze geschaffen.
Was Bonifazi im Interview verriet: „Wir sehen immer klarer, dass Bewegung nicht nur die Muskeln stärkt, sondern auch tiefgreifende Auswirkungen auf den Stoffwechsel und die allgemeine gesundheit hat. Schwimmen, mit seiner schonenden Wirkung auf die Gelenke, ist hierbei besonders wertvoll, gerade auch für Menschen mit Vorerkrankungen.“ Die Möglichkeiten und Grenzen des Schwimmens als therapeutische Maßnahme wurden intensiv diskutiert. Dabei ging es auch um die Bedeutung einer frühen motorischen Erfahrung und die Anpassung der Trainingsintensität an den individuellen Stoffwechsel.
Die Forschung zeigt deutliche Hinweise darauf, dass gezieltes Schwimmtraining die Lebensqualität verbessert und die Anfälligkeit für altersbedingte Krankheiten reduziert. Die italienischen Experten plädieren daher für eine stärkere Integration von Bewegungsempfehlungen in die medizinische Versorgung – mit dem Schwimmbad als einem wichtigen Ort der Prävention und Rehabilitation.
Doch es gibt auch Stolpersteine. Bonifazi weist darauf hin, dass die individuelle Anpassung des Trainings entscheidend ist. „Nicht jeder Schwimmstil ist für jeden geeignet. Die Intensität muss an den jeweiligen Gesundheitszustand und die individuellen Bedürfnisse angepasst werden.“ Hier kommt die Expertise des Sportmediziners ins Spiel, um ein maßgeschneidertes Trainingsprogramm zu erstellen. Die FMSI arbeitet an Leitlinien, um Sportärzten und Trainern die notwendigen Werkzeuge an die Hand zu geben.
Die Zahlen sprechen für sich: Studien zeigen, dass regelmäßiges Schwimmen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um bis zu 30 Prozent senken kann. Ein klarer Beweis dafür, dass das Eintauchen in die Welt des Schwimmens nicht nur Spaß macht, sondern auch der gesundheit dient.
