Schwimmbäder in not: rettungsaktion für deutsche badezentren!

Die Schlagzeilen sind alarmierend: Immer mehr deutsche Schwimmbäder kämpfen ums Überleben. Marode Bauten, steigende Betriebskosten und fehlendes Personal – die Situation ist ernst. Doch jetzt wehrt sich die Bäderallianz mit einer bundesweiten Plakataktion: „Retten wir die Bäder!“

Ein pfingst-wochenende voller sorgen

Während viele Deutsche das vergangene Pfingst-Wochenende am Wasser genossen haben, häufte sich die traurige Bilanz: Fast 30-Grad-Wärme lockten Menschen an Seen und Freibäder, doch gleichzeitig kam es zu zwölf Bade-Toten, darunter vier Kinder. Ein erschreckender Kontrast zur gleichzeitigen Kampagne der Bäderallianz, die mit emotionalen Plakaten auf die Notlage der Schwimmbäder aufmerksam machen will.

Christian Kuhn, Vorsitzender der Bäderallianz, vergleicht die Aktion treffend mit den Bauernprotesten: „Es geht darum, die Politik wachzurütteln und zu zeigen, dass die Bäder mehr sind als nur Wasserflächen – sie sind soziale Treffpunkte und Orte, an denen lebensrettende Fähigkeiten erlernt werden.“

Sanierungsstau und finanzierungslücken

Sanierungsstau und finanzierungslücken

Die Fakten sind düster: Rund 9.400 Bäder gibt es in Deutschland, aber jedes zweite ist sanierungsbedürftig. Der Sanierungsbedarf wird auf immens 10 bis 20 Milliarden Euro geschätzt – eine Summe, die weit über den bisherigen Förderprogrammen liegt. Das erste Sanierungsprogramm Kommunale Sportstätten (SKS) war bereits stark überzeichnet, und die 250 Millionen Euro, die im Wirtschaftsplan 2026 für Schwimmbäder vorgesehen sind, reichen bei Weitem nicht aus.

Die Folge: Immer mehr Bäder müssen schließen. Allein in Nordrhein-Westfalen verschwanden binnen 25 Jahren fast die Hälfte der Hallen-, Frei- und Kombibäder von der Landkarte. Die DLRG warnt seit Jahren, dass in Deutschland alle vier Tage ein Schwimmbad schließt – und nie wieder öffnet.

Neuenburg am beispiel: wenn die kommune am limit ist

Neuenburg am beispiel: wenn die kommune am limit ist

Die Situation in Neuenburg in Südbaden ist exemplarisch: Das über 50 Jahre alte Hallenbad muss dringend saniert werden, doch die Kommune fehlt das Geld. Bürgermeister Jens Fondy-Langela spricht offen über die finanzielle Notlage: „Wir müssen aktuell bei dem Betrieb des Hallenbads auf Sicht fahren.“ Die Schließung des Bades würde nicht nur den Schwimmunterricht für die örtlichen Schulen zur Tortur machen, sondern auch einen wichtigen sozialen Treffpunkt vernichten.

Personalmangel und sinkende schwimmkompetenz

Personalmangel und sinkende schwimmkompetenz

Neben den finanziellen Problemen kämpfen die Bäder auch mit einem gravierenden Personalmangel. Rund 3.000 Fachangestellte für Bäderbetriebe sind verloren gegangen. Und das Problem geht noch weiter: Immer weniger Kinder lernen schwimmen. Laut DLRG sind rund 60 Prozent aller Kinder unter zehn Jahren keine sicheren Schwimmer – eine alarmierende Entwicklung, die die Notwendigkeit von Schwimmunterricht und gut ausgestatteten Bädern unterstreicht.

Die Bäderallianz fordert daher eine Milliarde Euro Fördermittel vom Bund für die Bäder – pro Jahr in den kommenden zwölf Jahren. Es ist ein Appell, der dringlich ist. Denn die Zukunft unserer Schwimmbäder – und damit auch die Sicherheit vieler Menschen – hängt davon ab.