Schwere vorwürfe gegen desg: untersuchung wegen möglicher missstände

Ermittlungen nach ard-recherche: druck auf desg und präsidenten große wächst

Nach einer aufwühlenden Recherche der ARD steht der Deutsche Eisschnelllauf- und Inline-Skateverband (DESG) und sein Präsident Matthias Große massiv in der Kritik. Es geht um Vorwürfe der Intransparenz, möglicher Rechtsverstöße und fragwürdiger Finanzpraktiken, die insbesondere die Athleten belasten. Das Bundeskanzleramt hat eine Untersuchung eingeleitet.

Bundeskanzleramt prüft zuwendungen an den desg

Bundeskanzleramt prüft zuwendungen an den desg

Die für den Sport zuständige Staatsministerin Christiane Schenderlein wird den Sachverhalt nun prüfen, nachdem die ARD-Berichterstattung aufgedeckt hat, dass der DESG Gelder in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro jährlich aus Steuergeldern erhält. Im Fokus steht die Vergabe dieser Mittel und die Verwendung durch den Verband. Eine Stellungnahme des Bundeskanzleramts wird für Donnerstag erwartet.

Athleten mussten teilnahmegebühren zahlen – rechtswidrigkeit vermutet

Athleten mussten teilnahmegebühren zahlen – rechtswidrigkeit vermutet

Ein besonders brisantes Detail ist die Praxis des DESG, von seinen Athleten sogenannte "Teilnahmegebühren" für die Teilnahme an internationalen Wettkämpfen zu verlangen. Diese Gebühren konnten sich im Einzelfall auf bis zu 2.000 Euro pro Wettkampf summieren. Der Sportrechtler Christof Wieschemann sieht darin ein "eindeutig rechtswidriges Handeln" und rät Athleten zum Klage.

Dosb reagiert: einhaltung von satzung und guter verbandsführung gefordert

Dosb reagiert: einhaltung von satzung und guter verbandsführung gefordert

Auch der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat auf die Vorwürfe reagiert und betont die Notwendigkeit, dass Fachverbände ihre Satzungen und die Grundsätze der guten Verbandsführung einhalten. Der DOSB fordert einen fairen und respektvollen Umgang mit den Athleten, die sich sicher fühlen und ihren Sport ohne Einschränkungen ausüben können sollen.

Desg kündigt pressekonferenz an

Desg kündigt pressekonferenz an

Matthias Große hat auf eine Anfrage der ARD bisher nicht reagiert. Er hat jedoch eine Pressekonferenz für den 26. Februar in Berlin angekündigt, auf der sich der Verband "vollumfänglich äußern" wolle. Es bleibt abzuwarten, welche Erklärungen und Einsichten die Pressekonferenz bringen wird.

Weitere hintergründe und reaktionen

Weitere hintergründe und reaktionen

Die ARD-Recherche zeigt ein Bild von einem Verband, der von seinem Präsidenten intransparent und nach Gutdünken geführt wird. Die Athleten scheinen dabei oft die Leidtragenden zu sein. Die Ermittlungen des Bundeskanzleramts und die Reaktion des DOSB deuten darauf hin, dass die Vorwürfe ernst genommen werden und eine Aufklärung erwartet wird.

Olympia 2026 im fokus

Olympia 2026 im fokus

Die Vorwürfe fallen in eine kritische Phase, da die Vorbereitungen für die Olympischen Winterspiele 2026 in vollem Gange sind. Die Unklarheiten und möglichen Missstände im DESG könnten sich negativ auf die Leistungen der deutschen Eisschnellläufer auswirken. Eine schnelle und transparente Aufklärung ist daher im Interesse aller Beteiligten.