Schweizer ski-team: zoff um startplatz – hintermann kritisiert trainerentscheidung

Schweizer ski-team: zoff um startplatz – hintermann kritisiert trainerentscheidung

Nach dem ersten Abfahrtstraining in Bormio ist es im Schweizer Team zu einer heftigen Auseinandersetzung gekommen. Niels Hintermann kritisierte scharf die Entscheidung des Trainerteams, Alexis Monney trotz nicht erfüllter Leistungskriterien für die Abfahrt auf der Stelvio einzusetzen. Die Stimmung brodelt vor den Olympischen Spielen Mailand Cortina 2026.

Hintermanns kritik: “nicht im sinne des sports”

"Was diese Herren am Dienstagnachmittag entschieden haben, ist nicht okay, es ist nicht im Sinne des Sports", so Niels Hintermann gegenüber "Blick". Er betonte, dass er grundsätzlich keine Einwände gegen eine Qualifikation habe, da er im aktuellen Weltcup-Winter noch keinen Podestplatz erreicht habe. Jedoch sei es unfair, dass Alexis Monney trotz fehlender Top-3-Platzierungen gesetzt wurde.

Die ausgangslage: kampf um den letzten startplatz

Die ausgangslage: kampf um den letzten startplatz

Während Marco Odermatt und Franjo von Allmen ihren Startplatz bereits sicher haben, müssen Niels Hintermann und Stefan Rogentin im zweiten Training am Donnerstag um den verbleibenden Platz kämpfen. Hintermann sieht in dieser neuen Vorgehensweise eine Abweichung von der bisherigen Praxis im Schweizer Abfahrtsteam.

Monney überrascht von der entscheidung

Monney überrascht von der entscheidung

Auch Alexis Monney zeigte sich überrascht von der Entscheidung. Er hatte sich bereits mental auf eine Qualifikation vorbereitet und eine anstrengende Woche erwartet. "Ohne Quali-Druck kann ich natürlich sehr viel Energie sparen", erklärte er. Er versteht jedoch den Ärger von Hintermann und würde an dessen Stelle wohl ebenso verärgert sein.

Janka: bormio-sieg von 2024 irrelevant

Janka: bormio-sieg von 2024 irrelevant

Der ehemalige Gesamtweltcupsieger Carlo Janka bezweifelt, dass der Sieg von Monney bei der Abfahrt in Bormio im Dezember 2024 bei der Entscheidung eine Rolle gespielt haben dürfte. Die Bedingungen im Februar seien voraussichtlich anders als damals. "Das Licht dürfte im Februar besser sein, die Piste weniger eisig. Darum sehe ich aufgrund der letzten Resultate keinen Grund, um Alexis im Vergleich mit Niels und Rogi zu bevorzugen", so Janka.

Trainer staufer verteidigt die entscheidung

Cheftrainer Tom Staufer erklärte, dass bei der Entscheidung das Gesamtbild zu Gunsten von Alexis Monney den Ausschlag gegeben habe. Im ersten Training lag Hintermann über zwei Sekunden hinter der Bestzeit von Ryan Cochran-Siegle, während Rogentin acht Zehntel schneller war. Monney erreichte den vierten Platz, verpasste jedoch ein Tor.

Aktuelle ergebnisse und ausblick

AthletErgebnis 1. Training
Ryan Cochran-SiegleBestzeit
Stefan Rogentin+0.8 Sekunden
Alexis Monney4. Platz (Tor verpasst)
Niels Hintermann+2.2 Sekunden

Die Spannung steigt vor dem zweiten Training am Donnerstag. Wer sich den letzten Startplatz für die Olympia-Abfahrt in Mailand Cortina 2026 sichern kann, bleibt abzuwarten. Die Diskussion um die Trainerentscheidung wird das Team jedoch sicherlich noch beschäftigen.