Schweizer skimädchen verspielen podest in narvik – 0,09 sek fehlen zum happyend
0,09 Sekunden. So viel trennt Shaienne Zehnder von Bronze. So viel trennt die Schweizer Delegation von einem Gesicht nach dem zweiten Lauf, das nicht vor Frust zerfetzt ist. Der Riesenslalom der Juniorinnen in Narvik war kein Rennen, es war ein Thriller, der die Nerven blank legte – und die Schweizerinnen verloren.
Vor dem finalen Schwung lag alles bereit. Anna Trocker zwar vorn, aber zwei Eidgenossinnen im Windschatten: Sue Piller (+0,69) und Dania Allenbach (+0,78) auf den Plätzen zwei und drei. Die Medaillen lagen auf dem Silbertablett, man konnte sie schon an den warmen Hals legen. Dann kam Durchgang zwei.

Der knacks in der kurve danach
Allenbach rutschte in die erste Steilpassage hinein, verlor die Linie, verlor 1,37 Sekunden auf Trocker – Platz 12. Piller kam noch später, verlor 2,11 Sekunden – Platz 25. Das Podest war weg, die Träume verklatscht. Beide fuhren wie versteinert, als hätte jemand das Kristall zerbrochen.
Die einzige, die an diesem Nachmittag die Latte hochriss, war Shaienne Zehnder. Die 20-Jährige war nach Lauf eigentlich raus, lag auf Rang acht. Dann fuhr sie mit offenem Visier, mit nichts zu verlieren außer eben 0,09 Sekunden. Sie riss 1,28 Sekunden heraus, schob sich an allen vorbei – und blieb doch hängen hinter Tatum Bieler, der US-Girl, das mit Bronze davonraste.
Gold ging an Anna Trocker, souverän, als hätte sie die Uhr im Rücken. Silber an Elisabeth Bocock, 1,37 Sekunden zurück – eine halbe Ewigheit im Slalom. Die Schweiz? Leer aus. Kein Edelmetall, nur die Erkenntnis: Selbst 69 Hundertstel Vorsprung reichen nicht, wenn die Daumen zittern.
Die nächste Generation muss lernen, dass Skifahren nicht nur Beine, sondern auch Hirn und Herz ist. In Narvik war das Herz kurz vor dem Sprung – und dann doch stehen geblieben.
