Schweizer nati: xhaka-kritik spaltet das team?

Die Stimmung im Schweizer Nationalteam ist alles andere als harmonisch. Nach dem enttäuschenden Remis gegen Katar brodeln offenkundig Unruhen, angeheizt durch die scharfe Kritik von Kapitän Granit Xhaka. Die Boulevardzeitung Blick berichtet von einem belasteten Klima, das die Vorbereitung auf die WM gefährdet.

Die folgen von xhakas führungsstil

Bereits nach der Generalprobe gegen Australien hatte Xhaka seine Mitspieler öffentlich zur Schneide genommen, wobei er sich selbst von seiner Kritik ausnahm. Der Ton war hart, die Worte unmissverständlich: „Wir müssen die Realität verstehen. Wir reden nicht über den Titel oder die beste WM der Geschichte. Wir sind aktuell nicht so weit!“ Diese Ansage, gepaart mit weiteren, weniger öffentlichen Tadeln im Training, soll zu einer zunehmenden Verunsicherung innerhalb des Teams geführt haben. Laut Blick fühlen sich einige Spieler durch Xhakas rigorose Marschrichtung „nicht wohl“ im Camp.

Die Kritik geht weit über taktische Anweisungen hinaus. Es geht um eine generelle Atmosphäre der Negativität, die sich, so die Berichte, in eine „toxische Richtung“ entwickelt habe. Ein Detail, das besonders ins Gewicht fällt: Xhaka, der aktuell beim FC Sunderland in der Premier League unter Vertrag steht, soll sich auch gegenüber jungen Spielern wenig zurückhalten.

Kann die nati die krise überwinden?

Kann die nati die krise überwinden?

Am Donnerstag (21.00 Uhr MESZ/MagentaTV) steht für die Schweizer nun ein entscheidendes Spiel gegen Bosnien und Herzegowina in Los Angeles an. Das Team von Trainer Murati muss sich fangen, um seine Ambitionen zu wahren, zum vierten Mal in Folge die K.o.-Runde einer WM zu erreichen. Doch die interne Zerrissenheit stellt eine erhebliche Belastung dar. Die Frage ist, ob Murati es schaffen wird, die negativen Auswirkungen von Xhakas Führungsstil zu minimieren und den Teamgeist wiederherzustellen.

Die Situation ist delikat. Während Xhaka zweifellos ein wichtiger Spieler und Leader ist, muss er erkennen, dass seine Art der Kritik nicht immer die gewünschte Wirkung erzielt. Es bedarf Fingerspitzengefühl und der Fähigkeit, konstruktive Kritik von destruktiver Distanz zu unterscheiden. Sonst droht die Schweizer Nati, sich im Turnier selbst zu sabotieren. Die kommenden Tage werden zeigen, ob das Team aus dieser Krise gestärkt hervorgeht – oder ob die toxische Atmosphäre die WM-Chancen nachhaltig beeinträchtigt.