Schweizer nati verliert 3:4 gegen deutschland – wirtz lässt die defensive alt aussehen

Die Schweizer Nati startet mit einem Schock ins WM-Jahr: Im St.-Jakob-Park unterliegt Murat Yakins Team trotz zweimaliger Führung dem DFB-Team mit 3:4. Der Grund heißt Florian Wirtz. Der Leverkusener zaubert, schießt und serviert – und beweist, warum er derzeit Europas heißester Mittelfeldspieler ist.

Effizienz als einzige waffe

Zwei Schüsse, zwei Tore – die Schweiz trifft, wann immer sie will. Dan Ndoye nutzt einen Ballverlust von Angelo Stiller eiskalt zum 1:0, Breel Embolo köpft nach Freuler-Zwischenlage zum 2:1. Die Statistik lügt nicht: Mit nur vier Torschüssen erzielt die Nati drei Treffer. Doch Effizienz allein reicht nicht, wenn hinten jede Ecke ein Geschenk wird.

Jonathan Tah gleicht nach Eckballvariante per Kopf, Serge Gnabry schießt in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit zum 2:2. Die deutsche Dominanz ist spürbar, doch die Schweiz hält dagegen – bis Wirtz nach der Pause den Turbo zieht. Sein Schlenzer aus 18 Metern zum 3:2 ist Weltklasse, sein Doppelpack in Minute 86 die Vorentscheidung.

Yakins system im zwielicht

Yakins system im zwielicht

Murat Yakin verzichtet auf Experimente, doch genau das wird zum Problem. Mit nur drei Wechseln im Vergleich zur EM-Startelf bleibt das System statisch, die Räume werden größer, die Lücken tiefer. Ricardo Rodriguez spielt links, Nico Elvedi ersetzt den zurückgetretenen Fabian Schär – doch niemand ersetzt die Führung und Präsenz der alten Garde.

Die Rotation nach der Pause bringt frische Beine, aber keine Kontrolle. Ardon Jashari ersetzt Granit Xhaka, Denis Zakaria rutscht in die Abwehr – doch die Ordnung ist aufgehoben. Die letzte formation ist ein Fremdkörper, und trotzdem trifft Joel Monteiro zum 3:3. Ein letztes Aufbäumen, das nur die eigene Effizienz unterstreicht.

Die lehre: wirtz kann man nicht alleine lassen

Die lehre: wirtz kann man nicht alleine lassen

Die Schweizer Defensive zeigt sich ahnungslos, wenn Wirtz zwischen den Linien tobt. Seine beiden Assists vor der Pause und sein Doppelpack nach dem Seitenwechsel sind keine Zufallstreffer – sie sind das Resultat aus fehlender Anlauf- und Zuordnungsarbeit. Gregor Kobel ist machtlos, die Viererkette sieht alt aus.

Die Nati verlässt den Rasen mit der Gewissheit: Ohne ein Konzept gegen Wirtz und Co. wird es in Katar eng. Die WM ist noch weit, aber die Lücken sind jetzt schon sichtbar. Wer drei Tore schießt und trotzdem verliert, hat nicht nur ein Effizienzproblem – er hat ein Strukturproblem. Und das liegt nicht an den Torschützen, sondern an den Räumen, die man ihnen lässt.