Schweizer eishockey: stille vor dem sturm vor der wm
Ein ungewöhnlicher Auftakt für die Vorbereitung der Schweizer Nationalmannschaft auf die Heim-Weltmeisterschaft: Das erste Testspiel gegen die Slowakei verlief zwar, aber die übliche Flut an Interviews mit Spielern und Trainern blieb aus. Ein deutliches Signal des Verbands, der die Kommunikation im Vorfeld der Heim-WM bewusst stark kontrollieren möchte.

Jan cadieux übernimmt das zepter – medienverbot zunächst
Mit Jan Cadieux steht ein neuer Mann an der Bande der Nati. Der erfahrene Coach übernimmt erstmals die Leitung des Teams, doch direkt nach dem Spiel wird es keine Aussagen von ihm oder den Spielern geben. Der Verband hat entschieden, dass die Spieler und das Trainerteam sich erst am Freitagmorgen in einer eigens einberufenen Pressekonferenz den Medien stellen werden, geleitet von Verbandspräsident Urs Kessler. Ein ungewöhnliches Vorgehen, das sicherlich Fragen aufwirft, aber laut Verbandsmitteilungen dazu dienen soll, die Konzentration der Mannschaft auf die bevorstehenden Aufgaben zu wahren.
Die Gründe für dieses Medienerziehungs sind vielfältig. Einerseits soll der Druck auf die neuen Spieler, insbesondere im Hinblick auf die Heim-WM, minimiert werden. Andererseits könnte die Strategie auch darauf abzielen, die neue Spielphilosophie von Cadieux vor einer öffentlichen Bewertung zu schützen. Die Fans sind gespannt, welche Impulse der neue Coach setzen wird und wie sich das Team unter seiner Führung präsentieren wird.
Ein weiteres Thema, das im Hintergrund brodelt, ist die Dominanz des HC Davos im Team der Regular Season 2025/26. Ob diese Dominanz auch im WM-Kader widergespiegelt wird, bleibt abzuwarten. Die kommenden Tage werden zeigen, welche Spieler die Chance erhalten, für die Schweiz aufzulaufen und welche Spieler möglicherweise zuhause bleiben müssen. Die Erwartungen sind hoch, der Druck ist spürbar – und die Stille vor dem Sturm wird umso lauter.
Die Entscheidung des Verbands, die Kommunikation im Vorfeld der WM einzuschränken, mag für einige Fans frustrierend sein. Doch sie unterstreicht auch den Ernst, mit dem die Vorbereitung auf die Heim-Weltmeisterschaft genommen wird. Es bleibt abzuwarten, ob sich diese Strategie auszahlen wird, aber eines ist sicher: Das Schweizer Eishockey befindet sich in einer Phase des Umbruchs und der Neuausrichtung.
